Konferenz in Paris plant Marine-Mission in Straße von Hormus
Autor: dpa
, Freitag, 17. April 2026
In Paris haben Dutzende Länder über Möglichkeiten zur Sicherung der Straße von Hormus beraten - für die Zeit nach dem Iran-Krieg. Die Aufgabe ist hochkomplex, die Gefahr derzeit schwer einzuschätzen.
Unter starkem wirtschaftlichem Druck durch die wochenlange Blockade der Straße von Hormus haben Dutzende Länder in Paris über eine mögliche Militärmission nach dem Iran-Krieg beraten. Nach der von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach der französische Präsident Emmanuel Macron von einer «neutralen Mission, die sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt».
Mitten in die Pariser Beratungen platze die Ankündigung der Staatsführung in Teheran, die Straße von Hormus wieder für die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen öffnen zu wollen. Das werteten die Teilnehmer in Paris als positives Signal. Umgekehrt aber wollten die USA ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur Schiffe mit einem Start- oder Zielhafen im Iran betrifft, wie Präsident Donald Trump betonte.
Wie könnte eine Militärmission nach dem Krieg konkret aussehen?
Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte in Paris an, die geplante Marine-Mission solle «strikt friedlich und defensiv» sein, um die Minenräumung in der Straße zu unterstützen und Handelsschifffahrt wieder zu ermöglichen. Nach Starmers Angaben haben bereits mehr als ein Dutzend Länder angeboten, militärische Mittel zu der Mission zur Sicherung der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman beizusteuern.
Wie Kanzler Merz sagte, sei Deutschland bereit, einen Beitrag zur Sicherung der freien Schifffahrt dort zu leisten – etwa bei der Minenräumung und der Seeaufklärung. Dabei wünsche sich die Bundesregierung «wenn es möglich ist», eine US-Beteiligung. «Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert», fügte er hinzu. Wie es aus Regierungskreisen hieß, könne Deutschland Minenjagdboote, ein Versorgungsschiff und Luftaufklärung bereitstellen.
Neben Deutschland signalisierten auch Macron und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Beteiligung an einer Marine-Mission. Frankreich könne seine bereits umfangreich in der Region anwesende Marine für so einen Einsatz mobilisieren, sagte Macron. Meloni stellte den Einsatz italienischer Marineeinheiten in Aussicht.
Mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien waren die führenden Industrienationen Europas direkt an den Pariser Beratungen beteiligt. Und per Videoschalte eingebunden waren weitere Schwergewichte wie China und Indien sowie über 40 weitere Partner auch aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Kriegsparteien USA, Israel und Iran saßen in Paris nicht am Tisch.
Die Teilnehmer forderten eine sofortige, bedingungslose und vollständige Wiederöffnung der Meerenge durch alle Parteien. «Wir fordern die Wiederherstellung der vor dem Krieg geltenden Bedingungen für die freie Durchfahrt und die uneingeschränkte Achtung des Seerechts», sagte Macron. «Wir lehnen jegliche Beschränkung, jegliches Abkommen ab, das de facto einem Versuch gleichkäme, die Meerenge zu privatisieren – und selbstverständlich jegliches Mautsystem.»