Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage
Autor: dpa
, Freitag, 09. Februar 2024
Während viele Augen gespannt auf das Putin-Interview mit Tucker Carlson blickten, bekommt die ukrainische Armee einen neuen Oberbefehlshaber. Der Wechsel sorgt in Kiew für ein politisches Beben. Die News.
Während das Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Aufmerksamkeit auf sich zog, kam es in der Ukraine zu einem von Präsident Wolodymyr Selenskyj angeordneten Wechsel der Militärführung. Der neu ernannte Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj bezeichnete es als eine vordringliche Aufgabe, die Armee mit unbemannten Waffensystemen und Mitteln elektronischer Kriegsführung auszurüsten. Dem bisherigen höchsten Militär Walerij Saluschnyj wurde zum Abschied der Ehrentitel Held der Ukraine verliehen.
Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, traf in Kiew Olexander Syrskyj zu Gesprächen über weitere deutsche Waffenhilfen getroffen. Syrskyj habe seinen deutschen Kollegen über die Lage an der Front informiert und für Deutschlands Hilfe bei der Stärkung der ukrainischen Armee gedankt, teilte der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow auf der Plattform X (vormals Twitter) mit und veröffentlichte dazu auch Fotos.
«Die Bedürfnisse der ukrainischen Verteidigungskräfte bei Bewaffnung, Munitionierung und Flugabwehrsystemen wurde diskutiert», schrieb Umjerow. Beiden Seiten hätten sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit, effektive Kommunikation und den unmittelbaren Austausch von Erfahrungen konzentriert.
Die Erwartungen an den neuen Oberkommandierenden sind hoch. Der Berater im Präsidentenbüro, Mychajlo Podoljak, sagte im ukrainischen Einheitsfernsehen, dass Syrskyj etwa eine Bestandsaufnahme machen müsse, weil von einer Million für den Krieg mobilisierten Soldaten nur etwa bis zu 300.000 im Einsatz gewesen seien. Es müsse geklärt werden, wer wo eingesetzt sei. Erst danach könne gesagt werden, wie viele Rekruten noch nötig seien, sagte Podoljak. Viele Soldaten sind demnach weit vom Krieg entfernt. Geklärt werden müsse auch, wie jene, die bereits seit fast 24 Monaten im Kampfeinsatz seien, durch Rotation ersetzt werden.
Das Militär hatte zusätzlich Hunderttausende Soldaten gefordert im Verteidigungskampf gegen den russischen Angriffskrieg, der am 24. Februar 2022 begonnen hatte. Präsident Wolodymyr Selenskyj, hatte gesagt, dass zwar etwa 500.000 Soldaten angefordert seien, deren Einsatz aber auch finanziert werden müsse. Er hatte sich angesichts der Milliardenausgaben zurückhaltend gezeigt.
Selenskyj erwarte von seinem neuen obersten Militär Erfolge im Kampf gegen die russische Invasion, nachdem die Großoffensive unter Saluschnyj im vergangenen Jahr deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. «Wir können uns nicht im Zustand einer Stagnation 2024 befinden», sagte Podoljak.
Will der Kreml einen Journalisten gegen den Tiergartenmörder tauschen?
Im Gespräch mit dem rechtsgerichteten Moderator Tucker Carlson deutete Putin die Möglichkeit eines Austauschs an. «Es macht keinen Sinn, ihn in Russland im Gefängnis zu halten», so der Kremlchef. Die USA sollten darüber nachdenken, wie sie zu einer Lösung beitragen könnten. Putins Äußerungen danach ließen sich so interpretieren, dass eine Freipressung des im Dezember 2021 verurteilten Tiergartenmörders Wadim K. gemeint sein könnte. Dieser hat 2019 in Berlin einen Exil-Tschetschenen ermordet. K. soll den Mord im Auftrag staatlicher russischer Stellen verübt haben. Beide Fälle haben aber nichts miteinander zu tun und betreffen unterschiedliche Staaten.