CIA-Chef in Moskau – Kreml warnt vor zu großen Erwartungen
Autor: dpa
, Mittwoch, 26. August 2026
Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA ist für Gespräche nach Russland gereist. Über die Inhalte wird wenig bekannt. Doch der Kreml dämpft die Hoffnungen auf ein politisches Tauwetter.
Nach der Visite des Direktors des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, in Moskau hat der Kreml Hoffnungen auf eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland gedämpft. Bilaterale Gespräche zwischen den Geheimdiensten beider Länder gebe es zwar auch in den schwierigsten Momenten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. «Das ist für sich genommen ein positiver Prozess.» Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, inwieweit dies dazu beitragen könnte, das Verhältnis zwischen beiden Ländern aus der gegenwärtigen «tiefen Krise» herauszubringen.
Der Kremlsprecher hatte zuvor bestätigt, dass Ratcliffe zu Gesprächen «zwischen den Geheimdiensten» in die russische Hauptstadt gekommen sei. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.
Peskow: Keine Treffen mit hochrangigen US-Vertretern geplant
Peskow sagte weiter, der Kreml plane momentan auch keine Begegnungen mit anderen hochrangigen Vertretern der USA. Er könne jedoch nicht für andere russische Behörden sprechen. Der Kreml hatte im Mai ein neues Treffen von Putin und US-Präsident Donald Trump im November beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in China nicht ausgeschlossen. Es ist aber bislang noch unklar, ob Trump überhaupt zu dem Gipfel kommt.
Zu den Inhalten von Ratcliffes Gesprächen in Moskau machte Peskow keine Angaben. Fragen von Journalisten dazu, ob es dabei um die Ukraine oder den Iran gegangen sei, wich er aus.
Kremlsprecher gab zunächst vor, von Visite nichts zu wissen
Am Vortag hatte der Kremlsprecher nach der Landung eines US-Militärflugzeugs in Moskau noch behauptet, ihm sei nichts dazu bekannt. Russische Kommentatoren amüsierten sich über die Äußerungen, weil es Aufnahmen von dem Flugzeug in den sozialen Netzwerken gab. Viele fragten sich, wie eine solch riesige Maschine mit dem CIA-Chef an Bord ohne Wissen der russischen Staatsführung einfach auf dem Flughafen Wnukowo landen könne. In sozialen Medien gab es zudem Berichte über eine auffällige Fahrzeugkolonne mit Diplomatenkennzeichen in der Moskauer Innenstadt.
Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Zuletzt hatte 2021 der damalige CIA-Chef William Burns Russland besucht, der sich auch mit Putin traf. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Allerdings begann Putin dann seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022. Auch danach gab es jedoch weiter Kontakte zwischen Geheimdiensten und Militär.
Spekulationen über Anlass für Besuch in Moskau
Über den Anlass der jüngsten Gespräche wurde spekuliert. Bekannt ist dazu offiziell nichts. Gemutmaßt wurde vielfach, dass Ratcliffe Russland vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg warnen wollte. Die Ukraine hatte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mitgeteilt, Putin plane eine Mobilmachung nach der Parlamentswahl im September. Kremlsprecher Peskow wies das erst am Dienstag erneut als Falschinformation - als eine «Ente» - zurück, die nur das Ziel habe, die Lage in Russland vor den Wahlen zu destabilisieren.