Kommt die Bundeswehr in der Straße von Hormus zum Einsatz?
Autor: Michael Fischer, Anna Ringle, Michael Evers und Carsten Hoffmann, dpa
, Dienstag, 16. Juni 2026
Am Freitag soll das Rahmenabkommen über die Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet werden. Danach geht es um die weitere Konkretisierung und Umsetzung. Dabei kann Deutschland ins Spiel kommen.
Das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs steht, aber viele Fragen sind offen. Dazu gehört, ob die wichtige Handelsroute durch die Straße von Hormus nun durch eine Militärmission gesichert werden soll. Daran könnte auch die Bundeswehr mit zwei Schiffen teilnehmen.
Worum geht es bei dem möglichen Einsatz?
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelsrouten weltweit. Rund ein Fünftel des Öl- und Flüssiggashandels läuft normalerweise durch die Meerenge. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar blockiert Teheran die Durchfahrt und treibt damit den Ölpreis in die Höhe. Mit der für Freitag geplanten Unterzeichnung des Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran soll es damit vorbei sein. Die Bedingungen sind aber unklar. Die USA dringen auf eine gebührenfreie Durchfahrt für Handelsschiffe, Teheran will Maut kassieren.
Die Militärmission soll die Meerenge von Minen befreien und den Handelsschiffen durch Überwachung der Route und gegebenenfalls Eskortierung von Schiffen mehr Sicherheit geben.
Wie weit sind die Vorbereitungen?
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bereits Mitte April einen Gipfel zur Vorbereitung einer Militärmission organisiert mit dem Ziel, die Handelsschifffahrt nach einem Ende des Krieges zu sichern und die wichtige Handelsroute von Minen zu befreien. Etwa 50 Staaten und Organisationen nahmen teil. Bundeskanzler Friedrich Merz versicherte schon damals, dass Deutschland einen Beitrag leisten werde.
Nach der Einigung auf die Rahmenvereinbarung bekräftigten Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien, dass sie gemeinsam «eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission» auf die Beine stellen wollen.
Wie könnte sich die Bundeswehr beteiligen?
Deutschland hat bereits das Minenjagdboot «Fulda» und das Versorgungsschiff «Mosel» ins östliche Mittelmeer entsandt. Neben der aus 42 Soldatinnen und Soldaten bestehenden Stammcrew sind vier Minentaucher an Bord der «Fulda». Das 1998 in Dienst gestellte Schiff verfügt über eine Druckkammer für Taucher und ist mit Drohnen ausgerüstet, die Minen orten können. Experten gehen davon aus, dass der Iran kurz nach Beginn des Krieges mehrere Dutzend Seeminen in der Meerenge verteilt haben soll - auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. Trump teilte zwischenzeitlich mit, dass einige der Minen bereits geborgen worden seien.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums könnten die beiden deutschen Schiffe in «sieben bis zehn Tagen» in der Straße von Hormus sein. Bis zu einem Einsatzbefehl könnte es aber noch eine Weile dauern. Es müssen noch einige Voraussetzungen erfüllt werden.