Druckartikel: Kap Verde: Hantavirus-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff - so verbreitete es sich
Kap Verde: Hantavirus-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff - so verbreitete es sich
Autor: Nadine Wüste, Alexander Milesevic, Agentur dpa
Kap Verde, Mittwoch, 06. Mai 2026
Auf der "Hondius" gab es Infektionen mit dem Hantavirus, auch Todesfälle. Eine "Kontaktperson" soll nun vorsorglich in Düsseldorf untersucht werden. Schon der Transport nach NRW ist aufwendig.
Update vom 06.05.2026: Auch Deutsche nach Hantavirus-Infektionen von Kreuzfahrtschiff geholt
Nach mehreren Tagen der Ungewissheit auf dem vom Hantavirus-Ausbruch getroffenen Kreuzfahrtschiff "Hondius" gibt es endlich Aussicht für die rund 150 Menschen an Bord. Spanien erteilte dem unter niederländischer Flagge fahrenden Schiff die Erlaubnis, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzusteuern – wahrscheinlich die Ferieninsel Teneriffa.
Drei Menschen wurden inzwischen unter medizinischer Begleitung von Bord des Schiffes geholt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederländische Außenministerium mitteilten. Sie seien mit zwei Spezialflugzeugen auf dem Weg in die Niederlande.
Laut Ministerium gehört dazu eine 65-jährige Deutsche, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord gestorben war. Die 65-Jährige soll in einer Klinik in Düsseldorf untersucht werden. Sie zeigt bisher keine Symptome.
Hantavirus-Kontaktperson kommt zur Kontrolle nach Düsseldorf - kein bestätigter Nachweis einer Infektion
Die Feuerwehr Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) übernehmen gemeinsam den Transport nach Deutschland und die vorsorgliche medizinische Untersuchung, berichtete das Klinikum. Man gehe davon aus, dass die betreffende Person nicht infiziert sei. "Es handelt sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung", betonte das Klinikum. Zur betroffenen Person machte die Klinik keine Angaben.
Die beiden anderen Menschen sind Mitglieder der Crew. Ein Brite (56) und ein Niederländer (41) sind laut Reederei krank und benötigen dringend medizinische Hilfe.
Seit Tagen liegt das kleine Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde vor Anker, nachdem es vom seltenen Hantavirus getroffen worden war. Drei Menschen sind bisher gestorben, darunter auch eine deutsche Frau. Mehrere Menschen sind erkrankt.
Streit in Spanien um Hantavirus-Schiff
Die restlichen Passagiere werden laut der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García auf dem Kreuzfahrtschiff zur Kanaren-Insel Teneriffa reisen, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen ankommen werden. Auf Teneriffa gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht und gegebenenfalls medizinisch versorgt werden. Später könnten sie in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren.
Spanien hatte eigenen Angaben zufolge in Abstimmung mit der WHO und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien entschieden, dem Schiff die Erlaubnis zum Anlegen zu erteilen.
Doch auf den Kanarischen Inseln sorgte die geplante Ankunft des Schiffes für Aufregung. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, protestierte gegen das Vorhaben der spanischen Zentralregierung und der WHO. Er beklagt "fehlende Transparenz" und fordert ein "dringendes Treffen" mit Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez. Ministerin García wies jedoch alle Befürchtungen zurück und versicherte, die Aktion berge kein Risiko für die Kanaren. Alle verbleibenden Personen an Bord seien asymptomatisch.
Gesundheitsrisiko laut WHO "niedrig"
Spanien werde alle ausländischen Betroffenen über einen europäischen Katastrophenschutzmechanismus in die jeweiligen Heimatländer zurückführen, erklärte García. Die Spanier sollen zunächst in ein Militärkrankenhaus in Madrid gebracht werden. Dort sollen sie medizinisch betreut werden und falls nötig auch einige Zeit in Quarantäne bleiben.
Die WHO betonte erneut, dass die Gefahr der Infizierung gering sei. "In dieser Phase bleibt das gesamte öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig", so der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X.
Die Ursache der Infektion und wie sich das Virus weiterverbreiten konnte, war zunächst unklar. Die WHO geht davon aus, dass sich das inzwischen gestorbene niederländische Ehepaar bereits an Land infiziert habe, bevor es in Argentinien an Bord ging. Inzwischen wurde in mindestens zwei Fällen die Andes-Variante des Virus nachgewiesen, bei der auch Infektionen von Mensch zu Mensch bei langem, direktem Kontakt möglich sind.
Niederländisches Opfer war noch im Flugzeug
Die infizierte niederländische Frau war kurz vor ihrem Tod noch in Johannesburg an Bord eines Flugzeugs gewesen und sollte nach Amsterdam zurückfliegen. Doch die Frau war so krank, dass die Crew entschieden habe, sie nicht mitzunehmen, teilte die Fluggesellschaft KLM in Amsterdam mit. Demnach musste die Frau das Flugzeug verlassen und starb einen Tag später im Krankenhaus von Johannesburg.
KLM war eigenen Angaben zufolge erst am Dienstagabend von den niederländischen Gesundheitsbehörden über ihren Tod informiert worden. Alle Passagiere des Fluges werden nun vorsorglich von den Behörden informiert.
Inzwischen gibt es einen weiteren Infektionsfall. Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffes "Hondius" wurde nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er wird im Universitätsspital Zürich behandelt.
Alarmstufe eins ab Anfang Mai
Der Mann war mit seiner Ehefrau Ende April aus Südamerika zurückgekehrt, die jedoch keine Symptome habe. Auch die Schweizer Behörden schätzen das Risiko für die Bevölkerung als gering ein.
Die Reise der "Hondius" hatte vor gut sieben Wochen in Ushuaia an der Südspitze Argentiniens begonnen und bot den Passagieren eine Traumreise mit zahlreichen Natur-Expeditionen bis nach Kap Verde vor der Westküste Afrikas. Als ein Niederländer am 11. April 2026 starb, wurde dies zunächst als Einzelfall betrachtet. Seine Frau verließ das Schiff, um mit ihrem toten Mann in die Niederlande zurückzukehren. Jedoch starb auch sie rund zwei Wochen später in Johannesburg. Am selben Tag wurde ein britischer Passagier an Bord schwer krank und liegt nun auf der Intensivstation in Südafrika.
Spätestens ab dem 2. Mai herrschte Alarmstufe eins. Dann starb die deutsche Frau an Bord und zwei Crewmitglieder erkrankten.
Stimmung an Bord gut
Für die verbleibenden 87 Passagiere und 61 Besatzungsmitglieder gelten nun Regeln, die an die Corona-Zeit erinnern. Abstand halten und Hände desinfizieren, sagte etwa eine 61-jährige Belgierin der belgischen Zeitung Het Laatste Nieuws: "Die Umstände sind ziemlich gut. Wir machen uns natürlich Sorgen um unsere kranken Passagiere."
Die Stimmung an Bord ist nach Angaben der Reederei gut. Einem jungen amerikanischen YouTuber wurde die Unsicherheit jedoch zu belastend. Er veröffentlichte ein emotionales Video auf seinem Account. "Die Unsicherheit ist nun am schwersten. Wir können nur hoffen, dass wir wieder sicher nach Hause kommen."
Update vom 05.05.2026: Schiffspassagiere können vorerst nicht von Bord
Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff können die Passagiere nicht wie ursprünglich geplant auf Kap Verde von Bord gehen. Es gebe noch keinen gesicherten Zielort, jedoch werde eine Weiterfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln geprüft, teilte der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions mit. Für drei Menschen sei eine medizinische Evakuierung über Kap Verde, eine Inselgruppe vor der Westküste Afrikas, geplant. Derzeit liegt das Schiff dort vor dem Hafen der Hauptstadt Praia.
Auf den Kanaren, etwa in Las Palmas auf Gran Canaria oder auf Teneriffa, könnten bei einer Landung weitere medizinische Untersuchungen stattfinden, erklärte die Reederei. Diese könnten unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und niederländischer Gesundheitsbehörden stattfinden. "Dies muss noch bestätigt werden", schränkte die Reederei am späten Montagabend (4. Mai 2026) ein. Die Stimmung an Bord der "Hondius" sei "ruhig" und die knapp 150 Passagiere seien "insgesamt gefasst", hieß es.
Das Kreuzfahrtschiff mit 61 Besatzungsmitgliedern hatte sich vor einigen Wochen auf den Weg von Argentinien nach Kap Verde gemacht. Unterwegs kam es dann zu mehreren Todesfällen. Bislang sind drei Passagiere der "Hondius" gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher.
Infektion in der Regel über Kot von Nagetieren
Bei der toten Niederländerin wurde das Hantavirus nachgewiesen, wie die Reederei unter Berufung auf die WHO erklärte. Ein weiterer Passagier ist laborbestätigt am Hantavirus erkrankt und wird auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt. Zudem gibt es an Bord Verdachtsfälle auf das Hantavirus. Zwei Besatzungsmitglieder seien erkrankt, teilte die Reederei mit.
Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch die Nieren nehmen häufig Schaden. Zu Infektionen kann es beim Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren kommen. Laut WHO wird der Erreger in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen.
Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse. Ein Ausbruch auf einem Schiff ist ungewöhnlich. Wie derWDR unter Berufung auf eine WHO-Expertin berichtet, hätte ein Infizierter an Bord der "Hondius" jedoch andere Menschen angesteckt. Zuvor hatte die Bild berichtet.
Kein größeres Risiko laut WHO
Die WHO sieht jedenfalls kein größeres Risiko für die breite Öffentlichkeit. Die Organisation unterstützt nach eigenen Angaben die Passagiere und die Crew. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.
Ursprungsmeldung vom 04.05.2026: Drei Tote nach Hantavirus-Infektion auf Kreuzfahrtschiff - darunter ein Deutscher
Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich an einer Infektion verstorben. Zwei der Verstorbenen seien Niederländer, erklärte das niederländische Außenministerium. Nach Angaben aus der Bundesregierung ist auch ein deutscher Passagier gestorben. Wie es aus dem Auswärtigen Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hieß, handelt es sich bei einem der drei gestorbenen Passagiere um eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werde man sich jedoch nicht weiter zu dem Einzelfall äußern.
Den Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums zufolge, starb ein 70-jähriger Niederländer auf dem Schiff. Seine 69-jährige Ehefrau brach am Flughafen in Johannesburg zusammen, als sie versuchte, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und verstarb dort.
Schwere Verläufe nach Infektion mit Hantavirus in Deutschland selten
Weitere drei Menschen sind vermutlich infiziert, darunter ein britischer Patient, der in Südafrika intensivmedizinisch betreut wird, wie die WHO in Genf und die südafrikanischen Behörden mitteilten. Die anderen beiden Infizierten sind Crew-Mitglieder, die ebenfalls an Bord medizinische Notfallversorgung benötigten, so der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions. Einige Fälle wurden zunächst als Verdachtsfälle eingestuft, der Labornachweis stand noch aus.
Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Häufig sind auch die Nieren betroffen. Schwere Verläufe können tödlich enden, treten nach Informationen des Gesundheitsministeriums in Deutschland jedoch selten auf.
Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, gab eine gewisse Entwarnung: "Das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist weiterhin gering." Reisebeschränkungen seien nicht notwendig. Hantavirus-Infektionen seien selten und hingen in der Regel mit Kontakten zu infizierten Nagetieren zusammen, hieß es weiter. Erkrankungen verliefen zwar in manchen Fällen schwerwiegend, das Virus sei jedoch nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Ursache bislang unklar: Ansteckung über Luft oder Bisse von Nagetieren
Der niederländische Schiffsbetreiber erklärte, er könne zur möglichen Ursache bislang nichts sagen. Ein Ausbruch in einer solchen Umgebung gilt als ungewöhnlich: Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut schreibt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse.
In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen den Gesundheitsbehörden zufolge von Jahr zu Jahr. Sie hängt davon ab, wie viele Nagetiere es gibt, die den Erreger übertragen können. Dazu gehören etwa Rötelmäuse. Gibt es für sie viel zu fressen, was wiederum mit Niederschlägen im Vorjahr zusammenhängt, können sie sich stark vermehren - im Zuge dessen gibt es auch mehr Hantavirus-Fälle beim Menschen. Im Jahr 2024 zählte das Robert Koch-Institut 423 Erkrankungen, im Jahr davor 337 Fälle. 2021 gab es ein Vielfaches dieser Fallzahlen.
Das Schiff von Oceanwide Expeditions bietet Platz für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder. Laut Fahrplan des Schiffes war die "Hondius" von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen vor Kap Verde.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.