Jetzt redet Mette-Marit: So war ihre Freundschaft zu Epstein
Autor: dpa
, Freitag, 20. März 2026
Royal im Kreuzfeuer: In einem Interview spricht Mette-Marit erstmals ausführlich über ihre Nähe zu dem Sexualstraftäter. Und sagt: «Ich fühle mich manipuliert.» Was sie damals wusste - und was nicht.
Den Tränen nahe und mit zittriger Stimme hat Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) ihr Schweigen über ihre Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gebrochen. «Ich fühle mich so manipuliert», sagte sie dem Fernsehsender NRK in einem gemeinsamen Interview mit ihrem Mann, Kronprinz Haakon (52). «Und wenn man manipuliert wird, begreift man das ja nicht von Anfang an.»
Mette-Marit und Epstein hatten zwischen 2011 und 2014 engen Kontakt, verabredeten Treffen und tauschten sich per E-Mail über private Dinge aus. Damals war der US-Amerikaner bereits zum ersten Mal wegen Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden. «Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war», sagte die Kronprinzessin. Epstein habe ausgenutzt, dass sie leichtgläubig sei. «Ich sehe gerne das Beste in den Menschen.»
Der Multimillionär Epstein betrieb über viele Jahre einen Missbrauchsring mit einer großen Zahl an Opfern. 2019 starb er in Haft, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können.
So lernte Mette-Marit den Sexualstraftäter kennen
Mette-Marit und Epstein hatten sich 2011 durch gemeinsame Bekannte kennengelernt. Wegen ihrer Arbeit mit einem internationalen Hilfsprojekt reiste die Kronprinzessin damals viel in die USA. «Ich wünschte natürlich, ich hätte ihn niemals getroffen», sagte sie am Freitag. Auf eine Nachfrage des NRK-Reporters, wie sie ihre Beziehung zu Epstein beschreiben würde, betonte Mette-Marit: «Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis.»
In ihren E-Mails soll die Kronprinzessin Epstein Dinge wie «Du bringst mich immer zum Lächeln» und «Ich vermisse dich» geschrieben haben. Der flirtende Ton hatte in Norwegen große Kritik und Gerüchte darüber ausgelöst, ob die beiden mehr verbunden haben könnte als reine Freundschaft.
In einer anderen Mail soll Mette-Marit Epstein Liebestipps gegeben haben. Als der Sexualstraftäter ihr schrieb, dass er in Paris auf «Frauenjagd» sei, soll sie geantwortet haben: «Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen.» Der Dialog sei ihr peinlich, sagte die Kronprinzessin NRK: «Das ist ein Geplänkel unter Freunden. Da ist nichts Besonderes dran. Es ist ein kameradschaftlicher Ton, und etwas unbedacht.»
Wusste die Kronprinzessin über Epstein Bescheid?
Noch mehr Aufsehen hatte eine E-Mail erregt, in der Mette-Marit im Oktober 2011 an Epstein geschrieben haben soll: «Habe dich nach der letzten Mail gegoogelt. Du hast recht, das sieht nicht gut aus :).» Sie erinnere sich nicht mehr daran, worum es dabei gegangen sei, sagte die Kronprinzessin heute.