Israels Militär meldet Waffenfund in Gaza-Klinik
Autor: dpa
, Dienstag, 14. November 2023
Israels Armee wirft der Hamas vor, Krankenhäuser als Stützpunkte zu missbrauchen. Die USA fordern militärische Zurückhaltung rund um die Kliniken. Der Überblick.
Die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich nach Angaben internationaler Organisationen weiter zu. Das Schifa-Krankenhaus, die größte Klinik des von Palästinensern bewohnten Küstengebiets, ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) trotz Stromausfalls und den israelischen Angriffen auf Gaza zwar weiter in Betrieb.
Helfer können jedoch im Gazastreifen nach UN-Angaben nicht mehr auf Notrufe reagieren. Die Wasserversorgung für Hunderttausende Menschen ist wegen Treibstoffmangels bereits unterbrochen. Israels rechtsextremer Finanzminister empfahl den Bewohnern eine «freiwillige Abwanderung».
Auf dem Gelände des Schifa-Krankenhauses sind laut Hamas-kontrolliertem Gesundheitsministerium Dutzende Leichen in einem Massengrab in einem Innenhof beerdigt worden, darunter rund 180 bereits verwesende Körper. Die Aussagen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die Klinik ist aber entgegen den Angaben von palästinensischen Behörden vom Wochenende nicht außer Betrieb, wie die WHO in Genf mitteilte. «Für uns ist es wegen des heroischen Einsatzes des verbleibenden Personals ein funktionierendes Krankenhaus», sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris. Es seien noch rund 700 schwer kranke Patientinnen und Patienten zu versorgen. «Wir betteln um eine Feuerpause.»
UN-Chef fordert Feuerpause «im Namen der Menschlichkeit»
UN-Generalsekretär António Guterres hat sich «zutiefst beunruhigt» über die Lage in den Krankenhäusern im Gazastreifen gezeigt. Diese verzeichneten dramatische Verluste an Menschenleben, ließ Guterres am in New York mitteilen. «Im Namen der Menschlichkeit fordert der Generalsekretär eine sofortige humanitäre Waffenruhe», hieß es in einer Mitteilung.
Israel reagierte mit seinen Angriffen auf den beispiellosen Terrorangriff der islamistischen Hamas im Süden Israels mit rund 1200 Toten, nach jüngsten Angaben der israelischen Polizei sind darunter mindestens 859 Zivilisten. Zudem entführten die Terroristen rund 240 Menschen in den Gazastreifen.
Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn nach Angaben der von der islamistischen Hamas kontrollierten Verwaltung auf 11.500 gestiegen. 29.000 Menschen seien seither verletzt worden, teilte ein Informationsbüro der Verwaltung weiter mit. Auch diese Angaben lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. Die Vereinten Nationen und andere Beobachter weisen aber darauf hin, dass sich die Zahlen aus dem Gazastreifen in der Vergangenheit als glaubwürdig herausgestellt hätten.
Nach israelischer Darstellung betreibt die Hamas in oder unter Krankenhäusern Kommandozentralen. Im Keller einer Kinderklinik in der Stadt Gaza hatten israelische Soldaten demzufolge zahlreiche Waffen palästinensischer Extremisten gefunden. Hamas-Führer Chalil al-Haja sagte dem Sender Al-Dschasira, Israel werfe mit Falschbehauptungen um sich. US-Präsident Joe Biden rief Israel dazu auf, Krankenhäuser mehr als bisher vom Kampfgeschehen zu verschonen.