Iran-Krieg geht mit voller Wucht weiter
Autor: Lars Nicolaysen, dpa
, Montag, 30. März 2026
Die Kämpfe im Iran gehen in die fünfte Woche: Erneut wird die Hauptstadt Teheran bombardiert, ein Forschungsreaktor ist beschädigt. Der Iran schlägt zurück. Was plant US-Präsident Trump als Nächstes?
Die USA und Israel setzen ihre massiven Angriffe im Iran in der nunmehr fünften Kriegswoche fort. Es werde «militärische Infrastruktur» in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert, teilte die israelische Armee am frühen Morgen ohne nähere Angaben mit.
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben: «Großer Tag im Iran». Das US-Militär habe «viele seit langem verfolgte Ziele» angegriffen und zerstört. Der Iran hatte wiederum flankiert von der von ihm unterstützten Huthi-Miliz im Jemen seine Gegenangriffe auf Israel und benachbarte Golfstaaten fortgesetzt. Unterdessen sagte Trump in einem Interview, er würde «am liebsten» das Öl aus dem Iran nehmen.
Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden. Der Iran beschoss den Erzfeind Israel zudem erneut mit Raketen. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab es nicht. Auch Kuwait und andere Golfstaaten gerieten wieder unter Beschuss durch den Iran.
Golfstaaten erneut unter Beschuss
Das Energieministerium in Kuwait meldete in der Nacht auf der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks und einer Entsalzungsanlage. Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen. Die Luftabwehr Saudi-Arabiens fing laut Verteidigungsministerium fünf ballistische Raketen ab. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate fingen laut dem arabischen Sender Al Jazeera Drohnen und Raketen ab.
Zugleich hält der Iran weiter faktisch die für den globalen Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus geschlossen. Auf die Frage, ob in den kommenden Tagen ein Waffenruheabkommen erzielt werden könne, das die Meerenge öffnen würde, lehnte es Trump gegenüber der «Financial Times» ab, Details zu nennen. «Wir haben noch etwa 3.000 Ziele übrig – wir haben 13.000 Ziele bombardiert – und noch ein paar Tausend Ziele vor uns», wurde er zitiert.
IAEA: Schwerwasserreaktor im Iran getroffen
Der iranische Forschungsreaktor Chondab wurde nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch einen Beschuss stark beschädigt. Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Der Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hieß es.
Derweil heizte Trump Spekulationen über eine Bodenoffensive in der Islamischen Republik an. «Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen», sagte er der «Financial Times». Über Charg wickelt der Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab. Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten in die Region angeordnet, die für Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, schrieb die Zeitung.