Iran feuert Raketen auf Israel
Autor: dpa
, Sonntag, 07. Juni 2026
Der Krieg im Libanon hatte Irans Führung zuletzt unter Druck gesetzt, der mit ihr verbündeten Hisbollah zu Hilfe zu eilen. Nun eskalieren Irans Streitkräfte in dem Konflikt mit dem Erzfeind.
Der Iran hat erneut Raketen auf Israel gefeuert. Am späten Sonntagabend meldeten Staatsmedien der Islamischen Republik mehrere Raketensalven auf den Erzfeind. Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen der ersten Wellen abgefangen.
Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige habe Verletzungen am Kopf erlitten, als sie in einen Schutzraum eilte. Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb nach Medienberichten zunächst geöffnet.
Irans zentrales Militärkommando bestätigte die Raketenangriffe. In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die iranischen Streitkräfte die Attacke mit «wiederholten Verstößen» der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran hatte Israel bereits mit Angriffen gedroht und will damit die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon unterstützen.
Als Reaktion auf die Eskalation sperrte der Iran bis auf weiteres seinen Luftraum im Landeswesten. Der Irak und Syrien sperrten ihren gesamten Luftraum vorübergehend. Berichte, dass auch die Golfstaaten ihren Luftraum geschlossen hätten, bestätigten sich zunächst nicht. Die iranische Rothalbmondgesellschaft versetzte ihre Mitarbeiter aus Sorge vor israelischen Gegenangriffen in Alarmbereitschaft.
Teheran hatte vor Angriffen Israels auf Beiruter Vororte gewarnt
Konkret reagierte der Iran damit auf neue Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntag trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenruhe. Die Armee habe in Beirut «Terroristen-Hauptquartiere» als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.
Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.
Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe im Raum Beiruts deutlich eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hatte dort auch einen Stopp israelischer Angriffe und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete im Falle von Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut zur Flucht gedrängt.