Drohnen in Aserbaidschan - Iran-Krieg weitet sich aus
Autor: dpa
, Donnerstag, 05. März 2026
Der Iran-Krieg wird am sechsten Tag mit großer Heftigkeit fortgesetzt. Nun fühlt sich auch Aserbaidschan bedroht. Und: Welche Rolle spielen künftig die Kurden im Irak?
Der Iran-Krieg greift auf immer mehr Länder über. In der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan schlugen am Donnerstag Drohnen am Flughafen und in der Nähe einer Schule ein. Der Iran bestreitet eine Verantwortung für den Angriff. Aserbaidschan kündigte gleichwohl Vergeltung für den «abscheulichen Terrorakt» an. Präsident Ilham Aliyev versetzte die Streitkräfte in Einsatzbereitschaft. «Der Iran exportiert den Krieg und versucht, ihn auf so viele Länder wie möglich auszuweiten, um Chaos zu säen», sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in Brüssel.
Berichte über mehr als 1.200 Tote im Iran
Zugleich setzten die USA und Israel ihre Attacken gegen Ziele im Iran fort. Im Iran sollen bei den Luftangriffen mindestens 1.230 Menschen getötet worden sein. Das berichteten iranische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die staatliche Stiftung für Märtyrer und Veteranen. Nach Angaben des Staatssenders Iribnews sind unter den Todesopfern Zivilisten wie Militärangehörige. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Der Iran feuerte nach Angaben der israelischen Armee seinerseits Raketen auf Tel Aviv. Der israelische TV-Sender N12 berichtete, ein israelisches Passagierflugzeug sei während des Angriffs im Landeanflug auf den Tel Aviver Flughafen gewesen. Die Maschine habe die Landung vorerst abgebrochen. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.
Regionale Ausweitung - auch durch Huthi-Angriffe aus dem Jemen?
Die israelische Luftwaffe griff erneut Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut an und rief später die Bewohner der südlichen Vororte zur Flucht auf. In der Regel folgen auf derartige Aufrufe Angriffe. Die Vororte gelten als Hochburg der Hisbollah, sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete.
Der Iran-Krieg hatte die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah neu entfacht, als die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei Raketen auf Israel schoss.
Israel bereitet sich nach einem Bericht des Nachrichtenportals «ynet» darauf vor, dass auch die ebenfalls mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen in den Krieg einsteigen könnte. Warum dies nicht schon passiert sei, sei nicht ganz klar, hieß es in dem Bericht.
Nach dem jüngsten Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri nahe Limassol wollen obendrein Großbritannien und Zypern nach Angaben der Regierungen die Luftabwehr der Mittelmeerinsel verstärken.