Netanjahu ruft Iraner zum Sturz der Führung auf
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief das iranische Volk unterdessen dazu auf, sich gegen die eigene Regierung aufzulehnen. Israel und die USA führten «einen historischen Krieg für die Freiheit», der den Iranern eine große Chance biete, hieß es in einem offenen Brief. «Dies ist eine einmalige Gelegenheit für euch, das Regime der Ajatollahs zu stürzen und eure Freiheit zu erlangen.» Das iranische Volk habe um Hilfe gebeten, «und die Hilfe ist angekommen».
Auch Trump hat schon mehrfach an die Iraner appelliert, die amerikanisch-israelischen Angriffe als Chance zu nutzen, um die Führung in Teheran zu stürzen.
Irans Polizeichef: Betrachten Demonstranten als Feinde
Der oberste Polizeichef im Iran warnte Regierungsgegner indes mit drastischen Worten vor Protesten. «Wer auf Aufforderung des Feindes auf die Straßen geht, den sehen wir nicht länger als Demonstranten an. Den sehen wir als Feind an und werden ihn wie einen Feind behandeln», drohte Ahmed-Resa Radan im staatlichen Fernsehen. «Alle unsere Männer haben ihren Finger am Abzug.»
Anfang des Jahres hatten Einsatzkräfte des iranischen Machtapparats Proteste in verschiedenen Städten des Landes brutal niedergeschlagen. In den Nächten des 8. und 9. Januar töteten sie fast 6.500 Demonstranten, wie Nachforschungen des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA ergaben. Mehr als 50.000 Menschen wurden demnach festgenommen.
Israels Militär greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an
Neben dem Iran haben die Israelis auch die mit ihm verbündete Schiitenmiliz Hisbollah im Visier. Erneut griffen die Streitkräfte des jüdischen Staats Stellungen der Islamisten im Libanon an. Ziel der Attacken sei Infrastruktur der Hisbollah in den als Dahija bekannten Vororten im Süden der Hauptstadt Beirut, teilte das Militär mit. Der Bezirk gilt als Hochburg der Miliz. Am Mittwoch wollte auch der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage im Libanon beraten.
Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei hatte die Hisbollah nach einer längeren Kampfpause vor gut einer Woche wieder damit begonnen, Raketen auf Israel abzufeuern. Seitdem greift das israelische Militär auch wieder Ziele im Libanon in größerem Umfang an. Nach offiziellen Angaben aus Beirut wurden durch die Gewalteskalation bisher nahezu 760.000 Menschen im Libanon vertrieben.
Iran greift Israel und Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an
Die iranischen Streitkräfte griffen Israel und die Golfstaaten ihrerseits wieder mit Raketen und Drohnen an. In Israel seien die Raketen entweder abgefangen worden oder in unbewohnten Gebieten eingeschlagen, berichtete die Zeitung «The Times of Israel». Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim sprach von der heftigsten Angriffswelle seit Beginn des Krieges.
Anders als beim Zwölftagekrieg im Sommer 2025 sind andere arabische Staaten in der Region diesmal stärker in den Konflikt involviert und auch selbst zur Zielscheibe iranischer Angriffe geworden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte mit, in verschiedenen Regionen des Landes seien sieben ballistische Raketen und sieben Drohnen abgefangen worden. In Kuwait wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums vier Drohnen abgefangen, eine weitere stürzte demnach in offenem Gelände ab. Auch in Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst.