Kommt es zur Wende im Iran-Krieg?
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Donnerstag, 11. Juni 2026
Die jüngste Eskalation zwischen Iran, USA und Israel hat große Befürchtungen ausgelöst. US-Präsident Trump kündigt schwere Angriffe auf den Iran an, sagt diese aber plötzlich ab. Was steckt dahinter?
Flammt der offene Iran-Krieg wieder auf? Oder gibt es tatsächlich Fortschritte in Gesprächen zwischen den Konfliktparteien? Die Fragen sind schwer zu beantworten. In den vergangenen Tagen war es erneut zu heftigen Angriffen gekommen. Erst beschossen sich am Wochenende der Iran und Israel gegenseitig, in der Nacht zu Mittwoch und Donnerstag attackierten sich der Iran und die USA.
Am Donnerstag drohte US-Präsident Donald Trump Teheran dann zunächst mit einer militärischen Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg. In nicht allzu ferner Zukunft werde man die «vollständige Kontrolle» über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, schrieb er am Vormittag (US-Ostküstenzeit) auf der Plattform Truth Social und kündigte zugleich schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht an.
Nur wenige Stunden später jedoch kam die Kehrtwende: Trump blies die Angriffe wieder ab. Auf seiner Plattform Truth Social begründete er den Schritt mit laufenden Gesprächen, die die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten. Endgültige Punkte seien im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden - an dieser Stelle zählte Trump etwa arabische Länder und Israel auf, erwähnte aber nicht explizit den Iran noch mal. Trump ging so weit, eine Unterzeichnung in Aussicht zu stellen - warf aber mit seinen Worten mehr Fragen auf als Klarheit herzustellen.
Wie ist der aktuelle Stand der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran?
Seit Wochen gibt es Bemühungen um ein Rahmenabkommen für ein Ende des Krieges. Immer wieder hatte der US-Präsident Hoffnungen geschürt, die Verhandlungen mit dem Iran stünden kurz vor einem Abschluss - sie erfüllten sich nicht.
Iranische Verhandlungskreise zeigten sich noch kurz vor Trumps jüngster Kehrtwende irritiert über die US-Strategie, die mit militärischen Drohungen und ständig wechselnden Verhandlungspositionen Gespräche erschwere.
Verhandlungskreise in Teheran beschrieben bisher schwierige Gespräche mit Washington. Fast jeden Tag gebe es einen neuen Stand. Mal wolle US-Präsident Trump das Land in die Steinzeit befördern, dann den Führer der Islamischen Republik treffen. Bisher gingen die Verhandlungen über den Vermittler Pakistan weiter.
Zuletzt war ein Rahmenabkommen im Gespräch, nach dem die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr freigegeben werde. Der Iran fordert unter anderem die Freigabe von eingefrorenen Vermögenswerten. Über den genauen Stand gab es jedoch keine eindeutigen Berichte.