Iran-Diplomatie stockt –Trumps Unterhändler reisen nicht an
Autor: dpa
, Sonntag, 26. April 2026
Wann und wie kann der Krieg mit einer Verhandlungslösung enden? Die USA und der Iran wollen darüber sprechen, eigentlich. Doch die in Pakistan geplanten Gespräche platzen – nicht zum ersten Mal.
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs treten auf der Stelle, auch die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hält nicht. Die Deutsche Marine bereitet sich dennoch auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor – nach einem Ende der Kampfhandlungen.
US-Präsident Donald Trump sagte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab – zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.
Teheran hatte zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi war zwar am Freitag nach Pakistan gereist, nach eigener Darstellung aber nur, um pakistanische Vermittler zu treffen. Der Besuch in Islamabad sei «sehr fruchtbar» gewesen, schrieb er am Samstag auf X. Er habe Ideen für eine dauerhafte Beilegung des Krieges übermittelt. Am Sonntag kam Araghtschi wieder für einen Kurzbesuch nach Islamabad, um erneut iranische Bedingungen für eine Beendigung des Krieges zu übermitteln, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Ob und wann es eine zweite Verhandlungsrunde geben wird, ist unklar. Trump schrieb am Samstag, es gebe in der iranischen Führung «enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung». Niemand wisse, wer das Sagen habe, «nicht einmal sie selbst». Ursprünglich war geplant gewesen, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reisen sollte. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Freitag mitgeteilt – was aus Teheran dementiert wurde.
Keine Drohungen, keine neuen Fristen
Der Vorschlag des Irans sei zu schlecht gewesen, sagte Trump. «Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war.» Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand, sagte er. «Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen.» Trumps Gebaren gegenüber Teheran hat sich gewandelt: Kürzlich erst baute er auf maximalen militärischen Druck, setzte Fristen und drohte, «eine ganze Zivilisation» auszulöschen, sollte sich die Gegenseite nicht bewegen.
Streitpunkte sind Irans Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen. Die USA bestehen zudem auf einer uneingeschränkten Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Der Iran fordert eine Wiedergutmachung für Kriegsschäden.
Kämpfe im Südlibanon
Auch um die mit US-Vermittlung zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe steht es nicht gut. Die proiranische Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten am Sonntag im Südlibanon israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben. Nach israelischen Militärangaben wurden bei einem Hisbollah-Angriff mit einer Drohne im Südlibanon ein israelischer Soldat getötet und sechs weitere verletzt. Drei weitere aus dem Libanon angreifende Drohnen seien abgefangen worden, bevor sie auf israelisches Gebiet vordringen konnten.