Gedenken an Nawalny: Moskau weist Vergiftungsvorwurf zurück
Autor: Ulf Mauder, dpa
, Montag, 16. Februar 2026
Der Tod von Kremlgegner Nawalny im Straflager löste weltweit Entsetzen aus. Viele besuchen sein Grab zum Jahrestag und gedenken der Opfer politischer Verfolgung. Der Kreml reagiert auf neue Vorwürfe.
Zwei Jahre nach dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny haben in Russland und anderen Ländern viele Menschen an den Oppositionsführer erinnert. In Moskau legten Angehörige, darunter seine Mutter, Blumen am Grab auf dem Borissowskoje Friedhof nieder. Trotz teils heftigen Schneefalls und eines von den Behörden verbreiteten Klimas der Angst und Einschüchterung erinnerten viele Menschen an ihr Idol für ein freies Russland, für das der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin gekämpft hatte.
Nach Angaben des im ausländischen Exil arbeitenden Nawalny-Teams waren Gedenkveranstaltungen in mehr als 20 Staaten geplant. Allein in Deutschland sollte in einem Dutzend Städten erinnert werden, darunter in Berlin, Hamburg und Leipzig.
Nawalny war am 16. Februar 2024 in einem Straflager in der Arktisregion umgekommen. Seine Witwe, Julia Nawalnaja, wirft Putin Mord vor. Nawalny galt als prominentester Gegner Putins, auch weil er Korruptionsfälle aufdeckte und dessen nach außen getragenen konservativen Werte als hohl entlarvte.
In Russland waren Kundgebungen wie immer verboten. Trotzdem legten in vielen Städten Menschen Blumen an Gedenkstätten für die Opfer politischer Verfolgung nieder - ungeachtet der teils auffälligen Polizeipräsenz. In St. Petersburg und Wolgograd gab es Berichte über jeweils eine Festnahme.
Kreml weist Mordvorwürfe zurück
Julia Nawalnaja, die die politische Arbeit ihres Mannes fortsetzt, geht davon aus, dass ihr Mann nach mehreren misslungenen Anschlägen mit einem Nervengift im Straflager getötet wurde. Schon 2020 hatte Nawalny knapp ein Attentat mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok überlebt.
Der Kreml weist die Giftmord-Vorwürfe – zuletzt unter anderem auch von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) – zurück. «Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Laut Wadephul soll Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein, dies hätten Analysen der sterblichen Überreste Nawalnys ergeben. Genaue Details dazu wurden zunächst nicht präsentiert.