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Holland: Schießerei mit rund 30 schwer bewaffneten Personen - ein Todesopfer


Autor: Agentur dpa, Redaktion

Overasselt, Dienstag, 01. Sept. 2026

Eine bewaffnete Auseinandersetzung hat in den Niederlanden mindestens ein Todesopfer gefordert. Die Anzahl und Bewaffnung der beteiligten Person macht fassungslos.


Bei einer Schießerei im niederländischen Dorf Overasselt, nahe der deutschen Grenze, ist ein Mann ums Leben gekommen. Zwei Beamte wurden verletzt. 34 Personen wurden festgenommen, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit. Aufgrund einer möglichen anhaltenden Gefahr wurden die Dorfbewohner angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster sowie Türen verschlossen zu halten.

Seit den frühen Morgenstunden war der Ort bei Nimwegen abgeriegelt, die örtliche Grundschule geschlossen. Mehrere Polizeieinheiten jagten stundenlang auch mit Hubschraubern die mutmaßlichen Täter. Es soll sich um Dutzende bewaffnete Personen handeln. Laut Polizeiangaben hatten sich einige in einem Maisfeld versteckt. Auf zwei Autobahnen in der Region wurden mutmaßliche Fluchtfahrzeuge gestoppt und mehrere Personen festgenommen. Auch am Bahnhof in Nimwegen gab es Festnahmen.

Schießerei in Holland: Spekulationen um Konflikt innerhalb von Drogenbande

Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft "um eine internationale Gruppe", darunter Franzosen, Belgier, Algerier und Niederländer. Über ein Motiv wurde noch nichts bekannt gegeben. Bei den Festnahmen wurden Waffen und Computer sichergestellt. Mit Verweis auf laufende Ermittlungen wollte die Polizei keine weiteren Details bekannt geben. Die Tageszeitung "De Telegraaf" veröffentlichte Aufnahmen von Kameras, auf denen etwa 30 schwer bewaffnete und maskierte Personen zu sehen sind. Dutzende junge Männer sollen demnach am frühen Morgen durch das Dorf gelaufen sein. Einige trugen Gewehre.

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Gegen 4 Uhr morgens wurde die Polizei nach eigenen Angaben alarmiert. Als sie bei dem Haus im Dorf ankamen, hätten Verdächtige sofort auf die Beamten geschossen. Verstärkung und Hilfsdienste waren laut Polizei schnell vor Ort. Die Beamten wurden ins Krankenhaus eingeliefert und sind außer Lebensgefahr.

Nach Medienberichten handelt es sich um einen Konflikt innerhalb einer Drogenbande. Der Mann, auf dessen Haus nun geschossen wurde, soll mit der Bande des Kokainhändlers Jos Leijdekkers, genannt "Bolle Jos", verbunden sein. Er ist einer der berüchtigtsten Drogenhändler und steht seit Jahren auf internationalen Fahndungslisten.

Todesopfer soll Personenschützer sein

Das Haus im Dorf war bereits im vergangenen Jahr Ziel eines Anschlags. Damals hatte ein 21-Jähriger mit einer Kalaschnikow auf das Eingangstor geschossen. Es sollte eine Warnung sein, sagte er später vor Gericht. Den Namen seines Auftraggebers nannte er nicht. Bei dem Toten soll es sich nach Medienberichten um einen Personenschützer handeln, den die Hausbewohner nach dem Anschlag engagiert hatten.

Bürger und Politiker reagierten entsetzt über das Ausmaß der Gewalt. "Diese Gewalt tolerieren wir nicht", sagte Justizminister David van Weel. "Ich bin zutiefst schockiert", sagte Bürgermeister Joerie Mindes. "Was heute Nacht in Overasselt passiert ist, ist völlig inakzeptabel und überschreitet alle Grenzen."