Grönland-Abkommen: Was springt für Trump raus?
Autor: Anna Ringle und Julia Wäschenbach, dpa
, Dienstag, 22. Sept. 2026
Er wollte die Insel in US-Territorium verwandeln. Ein frisch unterzeichneter Deal soll den Grönland-Streit zwischen US-Präsident Trump und Dänemark nun beilegen. Was steht im Abkommen?
Die USA, Dänemark und Grönland haben ein Abkommen für eine vertiefte Sicherheitspartnerschaft unterzeichnet. Es beendet vorläufig einen heftigen Streit um die Arktisinsel, den US-Präsident Donald Trump vom Zaun gebrochen hatte. Er hatte sogar damit gedroht, sich die zu Dänemark gehörende Insel einzuverleiben und dabei auf nationale Sicherheitsinteressen verwiesen.
Was steht in dem Abkommen?
Die Vereinbarung modernisiert und ergänzt ein bereits seit 1951 bestehendes Verteidigungsabkommen der Dänen mit den USA und hat kein Ablaufdatum, wie aus dem von Dänemark veröffentlichten Text hervorgeht.
Der Deal erlaubt den Amerikanern, die bereits existierende Militärbasis Pituffik Space Base zu modernisieren und ihre Aktivitäten dort zu erweitern. Außerdem sollen die USA zwei weitere Verteidigungsgebiete an den Standorten Narsarsuaq und Mestersvig aufbauen dürfen. Weitere Militärbasen sind möglich, wenn alle drei Parteien sich darauf einigen.
Außerdem räumen Dänemark und Grönland den US-Streitkräften große Bewegungsfreiheit auf der und um die Arktisinsel ein - zu Land, Wasser und in der Luft. Allerdings soll dabei der Respekt vor der grönländischen Kultur und Gesellschaft gewahrt werden, etwa der Jagd und Fischerei. Dänemark verpflichtet sich, seine Präsenz in der Arktis weiter zu verstärken.
Dagegen soll kein Nicht-Nato-Staat ohne die Genehmigung der drei Parteien eigene Militäranlagen in Grönland errichten dürfen oder eine «dauerhafte Präsenz von Streitkräften» auf der Insel haben. Auch bei Investitionen begrenzt der Deal den Einfluss von Staaten - oder Investoren aus Staaten -, die weder Nato-Mitglieder oder -Partner noch EU-Mitglieder sind.
Wann tritt der Deal in Kraft?
Erst, wenn die «notwendigen parlamentarischen Prozesse des dänischen Königreichs gemeinsam mit Grönland» abgeschlossen sind.
Gibt es nicht schon ein Abkommen mit den USA?
Doch. Seit 1951 existiert ein Verteidigungs-Abkommen zwischen den USA und Dänemark, das 2004 ergänzt wurde. Die USA und Dänemark vereinbarten Regeln, nach denen die USA auf der Insel mit Militär präsent sein und Einrichtungen unterhalten dürfen. Die Vereinigten Staaten erhielten darin bereits weitreichende Nutzungsrechte. Der wissenschaftliche Dienst für den US-Kongress beschreibt, dass das Abkommen auch eine Ausweitung der Präsenz beinhalten kann. Auch Flugrechte und Rechte für den Seeverkehr wurden den USA gewährt.