Merz: «Tag der Hoffnung» für Ukraine und Golfregion
Autor: Ansgar Haase, Anna Ringle, Michael Fischer, Jörg Blank und Michael Evers, dpa
, Dienstag, 16. Juni 2026
Die USA sehen ein Ende des Krieges mit dem Iran. Nun geht es beim G7-Gipfel auch wieder um die Ukraine. Trump sucht das Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten. Und den Europäern.
Die USA und führende europäische Staaten wollen den Druck auf Russland weiter erhöhen, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erzwingen. Beim G7-Gipfel im französischen Évian stimmten nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz (CDU) die Staats- und Regierungschefs - inklusive US-Präsident Donald Trump - überein, dass sich die Lage der Ukraine deutlich verbessert hat. «Das kann vielleicht erstmals eine Chance auf einen Frieden eröffnen», sagte er.
Um Russland an den Verhandlungstisch zu bringen, solle nun die Unterstützung für Kiew weiter verstärkt und gleichzeitig der Druck auf Moskau erhöht werden. Zum Auftreten von Trump sagte Merz, er habe diesen «sehr kooperativ gesehen». Deswegen sei er zu einem gewissen Grad optimistisch, dass Europäer und Amerikaner nun zusammen alles unternehmen, um den Krieg zu beenden. Der Kanzler sprach von einem «Tag der Hoffnung».
Trump: «Russland sollte sich auf einen Deal einlassen»
Trump selbst forderte Russland auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: «Russland sollte sich auf einen Deal einlassen.» Der 80-Jährige stellte gleichzeitig eine Rückkehr zu Öl-Sanktionen gegen Russland in Aussicht, die derzeit auf Eis liegen. Bald werde man in der Lage sein, das zu tun, sagte er vor Journalisten, ohne sich auf einen Zeitpunkt festzulegen. In der deutschen Delegation wurde das als neue Tonlage Trumps wahrgenommen, der lange Zeit dafür kritisiert wurde, Kremlchef Wladimir Putin zu schonen.
Neben Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nahmen an den Beratungen Merz, die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die EU-Spitzen teil.
«Die Dynamik hat sich geändert, die Ukraine ist in einer Situation der Stärke. Russland kann den Krieg nicht gewinnen, und Russland steht unter Druck», hieß es aus der Kanzler-Delegation weiter. «Insofern haben wir eine Änderung in der Tonalität festgestellt.»
Starmer und von der Leyen sehen Ukraine im Aufwind
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premier Keir Starmer zeigten sich nach den Beratungen optimistisch, dass in die Bemühungen um ein Ende des Krieges neue Bewegung kommt. «Das Blatt wendet sich für die Ukraine», erklärte von der Leyen. Während die Ukraine mutig die Front halte, zeige sich Russlands Erschöpfung offen. Die Lage im Jahr 2026 unterscheide sich stark von der im Jahr 2025.
«Es gab einen wirklichen Konsens im Raum bei den G7 darüber, dass die Sanktionen echt Wirkung zeigen angesichts der Tatsache, dass die Ukraine Erfolge hat und Gebiete zurückerobert», sagte Starmer.