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Frankreich: Social-Media-Verbot unter 15? Debatte auch in Deutschland


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Paris, Mittwoch, 28. Januar 2026

Gilt in Frankreich bald ein Social-Media-Verbot für Kinder und junge Teenager? Ein entsprechendes Gesetz nimmt eine wichtige Hürde. Präsident Macron unterstützt das Vorhaben.
Eine Jugendliche sitzt auf dem Boden und nutzt ein Smartphone - auf dem Display sind verschiedene Apps zu sehen. In Frankreich wird ein Social-Media-Verbot für Jüngere vorangetrieben. (Symbolbild)


Die französische Nationalversammlung hat einem Verbot der Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren zugestimmt. Die Parlamentarier in Paris nahmen am Montagabend (26. Januar 2026) einen entsprechenden Gesetzesvorschlag an. Dieser sieht vor, dass "der Zugang zu einem von einer Onlineplattform bereitgestellten Onlinedienst für ein soziales Netzwerk" für Minderjährige unter 15 Jahren untersagt ist. Der Text muss noch vom Senat, der anderen Parlamentskammer, verabschiedet werden.

Welche sozialen Medien konkret von dem Verbot betroffen wären, bleibt in der verabschiedeten Formulierung unklar. Es wird lediglich klargestellt, dass "Online-Enzyklopädien" sowie "Bildungs- oder Wissenschaftsverzeichnisse" davon ausgenommen sein sollen. Auch private Messengerdienste sollen davon nicht betroffen sein.

Ursprünglicher Gesetzesvorschlag sah kein Komplettverbot vor

Der ursprünglich eingebrachte Text, über den die Parlamentarier debattierten, war weniger weitreichend: Er sah vor, dass bestimmte Seiten mit Erlaubnis der Eltern weiterhin genutzt werden dürfen. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Der Gesetzesentwurf wurde in der Nationalversammlung vor allem von der Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron unterstützt. Nach der Abstimmung teilte Macron auf der Plattform X mit: "Das ist es, was Wissenschaftler empfehlen, und das ist es, was die Franzosen in großer Mehrheit fordern."

Der Staatschef möchte, dass die Regelung bereits zum nächsten Schuljahr wirksam wird. "Ab dem 1. September werden unsere Kinder und Jugendlichen endlich geschützt sein. Dafür werde ich sorgen", schrieb Macron.

EU-Recht führte zu Problemen bei vorherigem Gesetz

Frankreich hatte bereits vor einigen Jahren versucht, ein Mindestalter von 15 Jahren dafür einzuführen, damit Jugendliche ohne Erlaubnis ihrer Eltern ein eigenes Konto auf sozialen Netzwerken erstellen können. Das Gesetz konnte aufgrund der europäischen Rechtslage jedoch nicht umgesetzt werden. Ob die neuen Regeln mit dem aktuellen EU-Recht vereinbar sind, muss sich noch zeigen.

Das Europäische Parlament stimmte im vergangenen Jahr mit deutlicher Mehrheit für die Forderung nach einem EU-weiten Mindestalter. Der verabschiedete Bericht hat jedoch bislang keine bindende Wirkung.

Sollte das Gesetz in Frankreich endgültig verabschiedet werden, wäre Deutschlands Nachbar eines der ersten Länder, das derart restriktive Vorgaben für Minderjährige einführt. In Australien dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit Kurzem keine eigenen Social-Media-Konten mehr auf vielen großen Plattformen haben. In Großbritannien stimmte das Oberhaus in der vergangenen Woche ebenfalls für ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre, das jetzt noch durch das von der Regierungspartei Labour dominierte Unterhaus muss. In Dänemark einigte sich die Regierung mit der Opposition darauf, eine nationale Altersgrenze von 15 Jahren für den Zugang zu bestimmten sozialen Medien einzuführen.

Altersgrenze für Social-Media bald auch in Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es eine Diskussion darüber, ob der Zugang zu sozialen Medien für Kinder eingeschränkt werden sollte.

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