Update vom 08.08.2023, 10.15 Uhr: Deutsche in Frankreich gefangen gehalten? Justiz ermittelt weiter
Nach der Festnahme eines Deutschen in Ostfrankreich ermittelt die Justiz weiter zu dem Vorwurf, der Mann habe seine Frau gefangen gehalten und misshandelt. Am Montagabend war die Befragung des 55-Jährigen noch nicht abgeschlossen, auch seine 53 Jahre alte Frau sollte noch vernommen werden.
Die Frau, die ebenfalls Deutsche ist, hatte einen Notruf nach Deutschland abgesetzt und angegeben, von ihrem Mann seit 2011 eingesperrt und gefoltert worden zu sein. Die Polizei habe zunächst keine eindeutigen Hinweise dazu entdeckt, dass die Frau in der Wohnung festgehalten worden sei, sagte der Staatsanwalt von Saargemünd, Olivier Glady.
Ermittlungen laufen zu Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und Folter. Angesichts der schweren Vorwürfe müsse die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Frau selbstverständlich geprüft werden, sagte Glady. Der Mann solle aber vorerst in Gewahrsam bleiben. Der französische Sender BFMTV hatte zunächst berichtet, die Frau habe die deutschen Sicherheitskräfte mit einem entwendeten Telefon alarmiert. Glady zufolge fanden Polizisten sie in der Nähe eines Kabeltelefons. Brüche, Blutergüsse oder wunde Stellen habe sie nicht gehabt. Auch seien in ihrer Nähe keine Blutspuren gefunden worden.
Der festgenommene Mann habe in Polizeigewahrsam von einer Krankheit gesprochen, die seine Frau habe. In der Nachbarschaft des Paares sei die Erkrankung bekannt, sagte Glady. Die Ermittler hätten Kontakt zur Krankenkasse aufgenommen, um dies näher zu prüfen.
Das Paar lebt mindestens seit 2011 in Frankreich, der Mann sei seit einer Weile arbeitslos, sagte Glady. Der französischen Polizei waren sie demnach nicht bekannt. Ob die deutsche Justiz oder Polizei die beiden kennt, werde geprüft.
Update vom 07.08.2023, 19.31 Uhr: Justiz warnt vor voreiligen Schlüssen
Im Fall einer angeblich jahrelang von ihrem deutschen Mann gefangengehaltenen Frau hat die französische Justiz zu Vorsicht vor schnellen Schlüssen gemahnt. Die Polizisten hätten keine eindeutigen Hinweise darauf entdeckt, dass die 53-Jährige in der Wohnung eingesperrt worden sei, sagte der Staatsanwalt von Saargemünd, Olivier Glady, am Montagabend.
Die Deutsche sei ohne Fesseln in der Nähe eines Telefons gefunden worden und habe keine wunden Stellen und keine Blutergüsse gehabt. Auch seien bei Untersuchungen keine Brüche festgestellt worden, was zumindest den Vorwurf schlimmster Folter auszuschließen scheine. Das Szenario scheine sich von dem Schreckgespenst einer extrem brutalen Person im östlichen Moselle wegzubewegen.
Am Montag war in Forbach nahe dem Saarland ein Deutscher festgenommen worden. Seine Frau hatte zuvor Sicherheitskräfte in Deutschland alarmiert und angegeben, seit 2011 von ihrem Mann eingesperrt und misshandelt worden zu sein. Der 55-jährige Mann kam in Polizeigewahrsam. Dort sagte er, seine Frau leide seit Längerem an einer Krankheit.
Original-Meldung vom 07.08.2023, 15.45 Uhr: Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Deutschen
Nahe des Saarlands ist in Frankreich ein Deutscher festgenommen worden, der verdächtigt wird, seine Frau gefangen gehalten und gefoltert zu haben. Der Mann Mitte 50 wurde am Montagmorgen (7. August 2023) in Forbach festgenommen und kam in Polizeigewahrsam, wie eine Sprecherin der französischen Polizei sagte. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Der französische Sender BFMTV berichtete, die Frau habe am Wochenende mit einem entwendeten Telefon Sicherheitskräfte in Deutschland alarmiert. Dem Bericht zufolge gab die Deutsche an, seit 2011 von ihrem Mann festgehalten und misshandelt worden zu sein. Die Polizei habe die Frau bei dem Einsatz am Montag nackt in einem verschlossenen Zimmer gefunden. Sie sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
Vorschaubild: © Thomas Frey (dpa)