Flugabwehr aktiviert: Erstmals wieder Explosionen in Teheran

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Teheran
In der Hauptstadt Teheran war in der Nacht die Flugabwehr im Einsatz. (Archivbild)
Teheran
Arne Immanuel Bänsch/dpa
Satellitenaufnahme des Persischen Golfs
Die Straße von Hormus ist ein zentraler Konfliktpunkt. (Archivbild)
Satellitenaufnahme des Persischen Golfs
-/The Visible Earth/NASA/dpa
Pete Hegseth im Verteidigungsausschuss des US-Senats
Hegseths Auftritt im Senat wurde von Protesten gegen den Iran-Krieg begleitet.
Pete Hegseth im Verteidigungsausschuss des US-Senats
Jacquelyn Martin/AP/dpa

Das US-Militär fliegt neue Angriffe, der Iran-Krieg kehrt mit Detonationen am Himmel in die Millionenmetropole Teheran zurück. Die Gefahr einer noch größeren regionalen Konfrontation wächst.

Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist in der Hauptstadt Teheran wieder die Flugabwehr aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete. Parallel zu den Explosionen in Teheran informierte das US-Militär über eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele im Iran. 

Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf herrschte wieder Ruhe – und das US-Militär gab das Ende seiner Angriffswelle bekannt.

Attacken auf Kommandozentren, Marine und Luftwaffe

Mit den Attacken sollten die Möglichkeiten des Irans geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den globalen Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Zu den Zielen der gut einstündigen Angriffswelle gehörten demnach militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. Es war die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran Stunden zuvor mit weiteren Angriffen gedroht und dabei konkret ein Areal rund um eine Anlage genannt, die als «Pickaxe Mountain» bekannt ist. «Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht», sagte er am Dienstag im Weißen Haus. Bereits zuvor hatte der Republikaner eine Attacke auf den Komplex angedroht, der in einem Berg südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran verborgen ist. Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.

Beginnt eine neue Phase der Eskalation?

Die nächtlichen Geschehnisse in Teheran könnten darauf hindeuten, dass die Eskalation des Konflikts in eine neue Phase tritt. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben, also vor mehr als einem Monat. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert.

Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. US-Präsident Donald Trump erklärte die Anfang April vereinbarte und mehrmals gebrochene Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen zur Vorbereitung einer möglichen Friedenslösung für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

Israel und die USA hatten Ende Februar ihren Krieg gegen den Iran begonnen und das Land fast 40 Tage lang aus der Luft angegriffen. Zahlreiche einflussreiche Generäle und Spitzenpolitiker wurden gezielt getötet, darunter bereits am ersten Kriegstag Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte reagierten mit heftigen Raketenangriffen auf US-Ziele in mit den Vereinigten Staaten verbündeten Staaten der Golfregion.

Hegseth beziffert Kriegskosten auf 37,5 Milliarden Dollar

Die Kosten dieses Krieges sind immens. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums liegen sie allein für die Vereinigten Staaten bei 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro). Pentagon-Chef Pete Hegseth nannte die Summe bei einer Anhörung im US-Senat und machte deutlich, dass neben bisherigen Ausgaben auch erwartete Kosten bis zum Ende des Haushaltsjahres am 30. September eingerechnet seien.

Hegseth warb für einen Nachtragshaushalt in Höhe von 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium, um die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu sichern, verbrauchtes Material zu ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffen zu beschleunigen. Der beantragte Nachtragsetat sei als zusätzliche Soforthilfe über den regulären Verteidigungshaushalt hinaus gedacht. Sein Ziel sei angesichts der weltweiten Sicherheitslage ein Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026.