Was in den neu veröffentlichten Epstein-Files drinsteckt
Autor: Patricia Bartos und Nick Kaiser, dpa
, Samstag, 31. Januar 2026
Das US-Justizministerium hat etliche weitere Epstein-Akten veröffentlicht. Was aus dem Wust der Dokumente nun für Aufmerksamkeit sorgt.
Mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos: Das US-Justizministerium hat weitere Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Für Aufsehen sorgen dieses Mal insbesondere E-Mails mit mächtigen Männern - darunter Tech-Milliardär Elon Musk und der britische Ex-Prinz Andrew.
Neben E-Mails sind unter anderem Gerichtsdokumente, ärztliche Gutachten und Ermittlungsunterlagen veröffentlicht worden. Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche sagte, auch pornografisches Material sei unter den Dateien. Insgesamt sind mittlerweile elf Datensätze auf der Webseite des Justizministeriums zu finden. Mit der Veröffentlichung der ersten Akten hatte das Justizministerium Ende Dezember begonnen.
Prominente ausdrücklich nicht unkenntlich gemacht
Viele der neuen Dateien reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück und werfen Licht auf die Beziehungen des Sexualstraftäters, nachdem er bereits 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Auch zahlreiche unkenntlich gemachte Dokumente sind zu finden. Geschwärzt habe man unter anderem persönliche Daten von Opfern. Von der Veröffentlichung ausgenommen wurde auch pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen seien, sowie alles, was die Ermittlungen auf Bundesebene behindern könne, hieß es.
Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society hatte. Das brachte zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich.
Oft kam die Frage auf, welche Promis in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten - dabei fiel auch der Name des US-Präsidenten Donald Trump. Der hatte im Wahlkampf zwar die Freigabe aller Akten versprochen, wehrte sich nach Amtsantritt aber lange dagegen. Letztlich wurde die Veröffentlichung erst per Gesetz im November 2025 verfügt.
Das Ministerium stellte nun klar, dass «bekannte Persönlichkeiten und Politiker» ausdrücklich nicht unkenntlich gemacht worden seien. Vizeminister Blanche betonte zudem, dass es kein Eingreifen des Weißen Hauses gegeben habe.
Musk und Epstein schrieben sich E-Mails
Zu den bekanntesten Namen in den neu veröffentlichten Unterlagen gehören zwei der reichsten Menschen der Welt, die Tech-Milliardäre Elon Musk und Bill Gates. Von Musk gibt es unter anderem einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2012 mit Epstein, in dem Musk anscheinend einen Besuch auf Epsteins Insel organisiert und diesen fragt, an welchem Tag die «wildeste Party» dort steigen werde.