Dutzende Tote bei Silvesterfeier in der Schweiz - das ist bisher bekannt
Autor: Agentur dpa
Montana, Donnerstag, 01. Januar 2026
In Crans-Montana sorgt eine Tragödie in der Silvesternacht für Fassungslosigkeit. Viele Fragen zur Ursache des Unglücks im Schweizer Skiort sind noch offen.
Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuer-Tragödie mit Dutzenden Toten geendet. Das Unglück in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. "Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar "Le Constellation" sind nach Angaben der Polizei zudem rund 100 Menschen größtenteils schwer verletzt worden.
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Es sei sehr wahrscheinlich, dass unter den Opfern ausländische Gäste seien, so die Polizei. Ob Deutsche betroffen sind, war zunächst unklar. Die Ermittler gehen von einem Unglück aus. "Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden," sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz.
Touristen unter Schock
Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: "Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert", sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. "Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren."
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. "Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht", schrieb er auf X. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er auf X.
Verpuffung erst nach dem Brand
Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.
"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt.
Die Polizei hat eine Telefonauskunft für Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen.