Drogenboss-Tod in Mexiko: Familie fordert Leiche von "El Mencho"
Autor: Agentur dpa, Julia Gebhardt
Mexiko-Stadt, Donnerstag, 26. Februar 2026
Nach dem Tod von "El Mencho" hat seine Familie offiziell die Herausgabe der Leiche beantragt. Die Behörden prüfen nun die Unterlagen.
Update vom 26.02.2026: Familie von "El Mencho" fordert Leiche des Drogenbosses
Drei Tage nach der Tötung des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" hat seine Familie die Herausgabe der Leiche beantragt. Ein Rechtsvertreter der Angehörigen habe das entsprechende Schreiben eingereicht, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die erforderlichen Formalitäten würden nun durchgeführt.
Der 59-jährige "El Mencho" war der Anführer des Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) - des mächtigsten Drogenkartells des lateinamerikanischen Landes. Er starb am Sonntag, nachdem er bei Kämpfen während eines Militäreinsatzes zu seiner Festnahme schwer verletzt worden war. Die Leiche wurde in einem Militärflugzeug vom westlichen Bundesstaat Jalisco nach Mexiko-Stadt geflogen.
Seitdem wurde darüber spekuliert, wer die Leiche abholen würde, da mehrere Angehörige des Drogenbosses ebenfalls im Drogengeschäft verwickelt sind. Seine Frau, Rosalinda González Valencia, wurde erst vor einem Jahr aus der Haft entlassen, nachdem sie rund drei Jahre wegen Geldwäsche hinter Gittern war. Der älteste Sohn von "El Mencho", Rubén Oseguera González, verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe in den USA. Oseguera hat zudem zwei Töchter und mehrere Geschwister.
Nach der Festnahme von Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" am Sonntag hatten Kämpfer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) in mehreren Bundesstaaten Straßensperren errichtet, Autos in Brand gesteckt und Geschäfte angegriffen. Bei dem Zugriff und anschließenden Gefechten kamen 74 Menschen ums Leben. Auch Kartellchef "El Mencho" erlag seinen Verletzungen. Bei den Unruhen nach der Tötung des Anführers eines Drogenkartells in Mexiko seien den Behörden zufolge bislang keine Ausländer verletzt worden.
Mexiko richtet die WM in diesem Sommer gemeinsam mit den USA und Kanada aus. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey werden insgesamt 13 Spiele ausgetragen. Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey zudem jeweils zwei internationale Playoff-Partien zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer stattfinden. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat nach Bedenken eine Sicherheitsgarantie für die Fans bei der Fußball-Weltmeisterschaft abgegeben. "Es gibt kein Risiko für die Besucher. Nicht das geringste Risiko", sagte die Staatschefin bei ihrer täglichen Pressekonferenz auf die Frage, welche Garantien sie geben könne, damit die Spiele wie geplant in Mexiko ausgetragen werden können. "Alle Garantien sind gegeben."
Ursprüngliche Meldung vom 23.02.2026: Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise
Bei einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme ist der mächtige Anführer eines mexikanischen Drogenkartells zu Tode gekommen, was landesweit eine Welle der Gewalt ausgelöst hat. In mehreren Bundesstaaten steckten Anhänger des Drogenbosses namens Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" Autos, Banken, Tankstellen oder Läden in Brand und blockierten zahlreiche Straßen.
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Auch beliebte Ferienorte wie Puerto Vallarta an der Pazifikküste sind von der Gewalt betroffen. Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. "Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren", schrieb sie auf der Plattform X.