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Drei Tote nach Hantavirus-Ausbruch auf Atlantik-Kreuzfahrtschiff


Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa

Kap Verde, Montag, 04. Mai 2026

Auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik haben sich mehrere Menschen mit dem seltenen Hantavirus infiziert. Drei Menschen sind nach Angaben der WHO gestorben, die Ursache des Ausbruchs ist weiterhin unklar.
Bislang sind drei Personen gestorben. (Symbolbild)


Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich an einer Infektion verstorben. Zwei der Verstorbenen seien Niederländer, erklärte das niederländische Außenministerium. Nach Angaben aus der Bundesregierung ist auch ein deutscher Passagier gestorben. Wie es aus dem Auswärtigen Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hieß, handelt es sich bei einem der drei gestorbenen Passagiere um eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werde man sich jedoch nicht weiter zu dem Einzelfall äußern. 

Den Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums zufolge, starb ein 70-jähriger Niederländer auf dem Schiff. Seine 69-jährige Ehefrau brach am Flughafen in Johannesburg zusammen, als sie versuchte, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und verstarb dort.

Vermutlich weitere Personen infiziert: WHO informiert

Weitere drei Personen sind vermutlich infiziert, darunter ein britischer Patient, der in Südafrika intensivmedizinisch betreut wird, wie die WHO in Genf und die südafrikanischen Behörden mitteilten. Die anderen beiden Infizierten sind Crew-Mitglieder, die ebenfalls an Bord medizinische Notfallversorgung benötigten, so der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions. Einige Fälle wurden zunächst als Verdachtsfälle eingestuft, der Labornachweis stand noch aus.

Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Häufig sind auch die Nieren betroffen. Schwere Verläufe können tödlich enden, treten nach Informationen des Gesundheitsministeriums in Deutschland jedoch selten auf.

Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, gab eine gewisse Entwarnung: "Das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist weiterhin gering." Reisebeschränkungen seien nicht notwendig. Hantavirus-Infektionen seien selten und hingen in der Regel mit Kontakten zu infizierten Nagetieren zusammen, hieß es weiter. Erkrankungen verliefen zwar in manchen Fällen schwerwiegend, das Virus sei jedoch nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ursache bislang unklar: Ansteckung über Luft oder Bisse von Nagetieren

Der niederländische Schiffsbetreiber erklärte, er könne zur möglichen Ursache bislang nichts sagen. Ein Ausbruch in einer solchen Umgebung gilt als ungewöhnlich: Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut schreibt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse.

In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen den Gesundheitsbehörden zufolge von Jahr zu Jahr. Sie hängt davon ab, wie viele Nagetiere es gibt, die den Erreger übertragen können. Dazu gehören etwa Rötelmäuse. Gibt es für sie viel zu fressen, was wiederum mit Niederschlägen im Vorjahr zusammenhängt, können sie sich stark vermehren - im Zuge dessen gibt es auch mehr Hantavirus-Fälle beim Menschen. Im Jahr 2024 zählte das Robert Koch-Institut 423 Erkrankungen, im Jahr davor 337 Fälle. 2021 gab es ein Vielfaches dieser Fallzahlen.

Das Schiff von Oceanwide Expeditions bietet Platz für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder. Laut Fahrplan des Schiffes war die "Hondius" von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen vor Kap Verde.