Die Stolpersteine beim Abkommen zwischen den USA und Iran
Autor: dpa
, Montag, 15. Juni 2026
Die Umsetzung des Gaza-Abkommens steckt fest, Israel will seine Truppen nicht aus dem Libanon abziehen. Droht dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran das gleiche Schicksal?
Das Misstrauen zwischen den USA und dem Iran ist groß. Zwei Monate lang verhandelten sie, um die militärische Auseinandersetzung zu stoppen und die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Am Freitag soll in Genf eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet werden. Danach folgt der schwierigste Teil – die Umsetzung. Es gibt viele Stolpersteine und Störfeuer.
Droht Trump im eigenen Land ein Glaubwürdigkeitsproblem?
US-Präsident Donald Trump muss seinen Landsleuten möglichst schnell eine Lösung des Konflikts präsentieren, die rechtfertigt, dass er überhaupt mit Israel den Krieg am 28. Februar begonnen hatte. Viele Amerikaner sind kriegsmüde. Die Öffnung der Straße von Hormus würde zwar das Problem der gestiegenen Preise an den Tankstellen perspektivisch lösen, doch dann wären wir erst wieder beim Status quo vor dem Krieg angelangt.
Will Trump hier glaubwürdig wirken, müssen potenzielle Vereinbarungen zum iranischen Atomprogramm weit über den einstigen Deal von Ex-Präsident Barack Obama hinausgehen. Dieses Ziel hat sich Trump selbst gesetzt. Doch das wird voraussichtlich der schwierigste Teil in den Verhandlungen werden.
Ist das geplante Rahmenabkommen ein Gewinn für den Iran?
In staatlichen iranischen Medien wird das potenzielle Abkommen am Vormittag gefeiert. Es sei Ausdruck der militärischen Stärke der Islamischen Republik, wichtige Zugeständnisse von den USA erhalten zu haben, heißt es von Regierungsseite.
Dass die USA umgehend ihre Seeblockade aufheben, während der Iran sich lediglich auf die Einhaltung von Verpflichtungen nach der Unterzeichnung eines Abkommens bereiterklärt, kann als Gewinn für Teheran verstanden werden.
Über die Zugeständnisse, die der Iran macht, schweigt das Land bisher. Das ist auch ein Signal an die verschiedenen Fraktionen im Land. Noch am Wochenende hatten Hardliner in Teheran öffentlich einen Verhandlungsfrieden beklagt.
Wenig bekannt ist bisher, welche Details zum iranischen Atomprogramm, möglichen Sanktionserleichterungen oder der Freigabe von Vermögenswerten im Rahmenabkommen enthalten sind. Für die iranische Führung ist es essenziell, wieder an Geld zu kommen, um die Fraktionen im Land zu besänftigen. Es wird erwartet, dass über das Atomprogramm nach Abschluss des Rahmenabkommens innerhalb einer 60-tägigen Frist weiter und intensiver verhandelt wird. Verhandlungen zum in Wien geschlossenen Atomdeal von 2015 dauerten fast zwei Jahre.