Der Shutdown ist beendet, aber der Streit geht weiter
Autor: Franziska Spiecker und Johanna Haensel, dpa
, Mittwoch, 04. Februar 2026
Der Teilstillstand der US-Regierungsgeschäfte ist vorbei. Der Streit, der ihn ausgelöst hatte, schwelt aber weiter. Ein besonders in der Kritik stehendes Ministerium muss weiter ums Geld bangen.
Der zweite Teilstillstand der US-Regierungsgeschäfte in der noch relativ jungen zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump ist beendet. Doch der Auslöser für den sogenannten Shutdown - das erbitterte Ringen um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums, dem die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE untersteht - ist längst nicht ausgeräumt. Die Debatte darüber, welche Grenzen für Einsätze gegen Migranten gesetzt werden sollten, geht jetzt erst richtig los. In den kommenden Tagen stehen schwierige Verhandlungen an.
Ein Überblick über wichtige Fragen und Antworten:
Warum war der jüngste Shutdown anders als der vorherige?
Der nun beendete Teilstillstand der Regierungsgeschäfte begann am Samstag vergangener Woche, weil der bis dahin geltende Übergangshaushalt auslief und sich das Parlament nicht rechtzeitig auf eine Anschlussfinanzierung einigte. Zwar hatte sich der Senat in letzter Minute auf eine Kompromisslösung verständigt. Die andere Parlamentskammer - das Repräsentantenhaus - stimmte dieser aber erst am folgenden Dienstag zu. Trump setzte das vom Parlament beschlossene Haushaltspaket mit seiner Unterschrift umgehend in Kraft und beendete damit den Shutdown nach vier Tagen.
Damit fiel die Haushaltsblockade deutlich kürzer als der vorherige Shutdown, der im November nach 43 Tagen als bislang längster in die Geschichte der USA einging. Dass damals über einen so langen Zeitraum kein Geld mehr für die Arbeit wichtiger Bundesbehörden floss, hatte in den USA schwerwiegende Folgen. So gab es etwa Tausende Flugausfälle, Beamte bekamen kein Gehalt mehr und Bedürftige keine Essensmarken.
Der jüngste Shutdown machte sich dagegen im Alltag der meisten Amerikanerinnen und Amerikaner nicht bemerkbar. Sechs von zwölf notwendigen Gesetzen zum Haushalt wurden außerdem bereits vor Ablauf der vorherigen Finanzierung beschlossen, sodass viele Ministerien und Behörden ohnehin nicht betroffen waren.
Worauf hat sich das Parlament nun geeinigt?
Der US-Kongress hat sich auf die Verabschiedung fünf weiterer regulärer Haushaltsgesetze verständigt, die unter anderem Finanzmittel für das Verteidigungs-, Außen- und Verkehrsministerium umfassen. Die Finanzierung des Großteils des Regierungsapparates ist damit bis Ende September gesichert.
Anders sieht das beim umstrittenen Etat für das Heimatschutzministerium aus, das derzeit besonders in der Kritik steht: Für die Behörde, die federführend für die Umsetzung von Trumps Abschiebepolitik und das rigorose Vorgehen gegen Migranten verantwortlich ist, hat der US-Kongress nur eine befristete Übergangsfinanzierung bewilligt. Diese läuft bereits am Freitag kommender Woche aus.