Darauf sollte man bei Trumps Rede zur Lage der Nation achten
Autor: Khang Mischke, dpa
, Dienstag, 24. Februar 2026
Mit Spannung wird US-Präsident Donald Trumps Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress erwartet. Ein Überblick, was wichtig werden könnte.
Bilanz, Vision, Agenda: US-Präsident Donald Trump will an diesem Dienstagabend (21.00 Uhr Ortszeit, 03.00 Uhr Mittwoch MEZ) vor beiden Kammern des US-Parlaments seine mit Spannung erwartete Ansprache halten. In der Rede zur Lage der Nation («State of the Union») geben Präsidenten alljährlich auch einen Ausblick auf den von ihnen angestrebten Kurs für die Vereinigten Staaten. Ein Überblick, was bei der Rede des Republikaners im 250. Jahr des Bestehens der USA wichtig werden könnte:
Iran, Gaza, Ukraine, Kampf gegen Drogen - Vielzahl an Themen
Themen, an denen sich Trump abarbeiten kann, gibt es genug:
- Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm, bei denen es bislang keine greifbaren Fortschritte gibt. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen hat Washington seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt.
- Seine Bemühungen um Frieden und Wiederaufbau im Gazastreifen.
- Sein umstrittener Friedensrat, der von Kritikern als parteiische Konkurrenz zu den Vereinten Nationen gesehen wird.
- Die weitere Rolle der USA im Ukraine-Krieg. Der US-Präsident könnte sein Podium nutzen, um am vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs eine Botschaft an Kiew und Moskau zu richten.
- Seine Zollpolitik, die jüngst durch ein Urteil des Supreme Courts einen heftigen Dämpfer erfuhr.
- Sein Anspruch, die Vorherrschaft seines Landes auf dem amerikanischen Doppelkontinent, der «westlichen Hemisphäre», voranzutreiben.
- Thematisieren könnte Trump auch die Lage in Venezuela, nachdem US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang des Jahres festgenommen hatten.
Spannend dürfte auch werden, wie viel Aufmerksamkeit Trump welchem der zahlreichen Konflikte widmet. Häufig dominieren bei den Ansprachen allerdings auch innenpolitische Themen, zumal in Wahljahren. Im November wird bei den Zwischenwahlen («Midterms») neu über das Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der Sitze im Senat entschieden. Trumps Republikaner hoffen darauf, ihre knappen Mehrheiten in beiden Parlamentskammern zu verteidigen.
Beifall, Buhrufe oder Stille im Saal
Die Gräben zwischen Republikanern und Demokraten sind groß: Bereits zwei Mal in seiner noch jungen zweiten Amtszeit standen größere Teile der US-Regierungsgeschäfte still und das Land schlitterte jeweils in einen Shutdown, weil sich beide Parteien nicht auf einen Haushalt einigen konnten. Derzeit ist zudem die weitere Finanzierung des Heimatschutzministeriums noch immer nicht gesichert.
Zudem spalteten unter anderem die rigorosen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE und anderer Bundesbehörden gegen Migranten das Land. Ob es dennoch zwischen beiden Parteien Überschneidungspunkte gibt, wird sich am Abend zeigen: Dann dürften sich die Blicke vor allem darauf richten, ob die Demokraten doch an der einen oder anderen Stelle von Trumps Rede applaudieren. Buhrufe oder empörte Zwischenrufe erscheinen allerdings wahrscheinlicher. Dass der gesamte Saal verstummt und damit auch die regierende Partei zeigt, dass sie ihrem Präsidenten nicht zustimmt, dürfte dieses Mal äußerst unwahrscheinlich sein.
Wirtschaftliche Erfolgsversprechen im Zollchaos
Für Trump steht fest, dass er aus einem Land, das seiner Meinung nach am Abgrund stand, den wirtschaftlich erfolgreichsten und beliebtesten Staat weltweit gemacht hat. Doch viele seiner Landsleute empfinden das Umfragen zufolge anders. Eine Mehrheit sieht die bisherige wirtschaftliche Entwicklung kritisch - angesichts weiter steigender Lebenshaltungskosten.