Clintons wollen aussagen - Ärger für britischen Ex-Minister
Autor: dpa
, Dienstag, 03. Februar 2026
Bill Clinton taucht mehrfach in den Epstein-Akten auf. Bisher hatte der Ex-US-Präsident eine Aussage vor dem Kongress verweigert. Jetzt lenkt er ein. Auch in London schlägt der Skandal Wellen.
Der Skandal um den verstorbenen US-Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zieht auf beiden Seiten des Atlantiks weiter Kreise.
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Frau, Ex-Außenministerin Hillary Clinton, erklärten sich nun doch bereit, im Zuge der Aufarbeitung vor dem US-Kongress auszusagen. Führende US-Medien wie der Nachrichtensender CNN und die «New York Times» werteten den Kurswechsel als Versuch, einem drohenden Verfahren wegen Missachtung des Kongresses zuvorzukommen.
In Großbritannien geriet der frühere Labour-Politiker und Ex-Minister Peter Mandelson durch Erkenntnisse aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten erneut unter Druck. Wie aus E-Mail-Verläufen hervorgeht, könnte der frühere Wirtschaftsminister sensible Informationen während der Finanz- und Wirtschaftskrise an Epstein weitergegeben haben. Medienberichten zufolge leitete die Polizei strafrechtliche Ermittlungen ein.
Neben Mandelson sind auch der frühere Prinz Andrew und dessen Ex-Frau Sarah Ferguson im Fokus der Berichterstattung. Wenige Tage nach der umfangreichen Veröffentlichung von Epstein-Akten durch das US-Justizministerium kündigte die Stiftung Fergusons an, ihre Aktivitäten bis auf weiteres zu beenden. Mit Andrews Bruder Prinz Edward meldet sich erstmals ein wichtiger Royal zu dem Thema.
Jahrelang hatte der US-Multimillionär Epstein einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Nach offiziellen Angaben nahm er sich 2019 in New Yorker Untersuchungshaft das Leben.
Streit um Clinton-Aussage
Ob ein Verfahren wegen Missachtung des US-Kongresses durch eine Aussage der Clintons noch abgewendet wird, war zunächst unklar. Das Paar hatte diese trotz mehrmaliger Vorladung des Aufsichtsausschusses im US-Kongress monatelang abgelehnt. Zugleich warfen sie dessen republikanischem Vorsitzenden James Comer vor, ein politisch motiviertes Verfahren zu betreiben.
Ob Comer nun das Angebot der Clintons annimmt, zu einvernehmlich vereinbarten Terminen persönlich und unter Eid auszusagen, blieb zunächst offen. Nach US-Medienberichten liefen die Beratungen über ein formelles Missachtungsverfahren im Ausschuss bereits, als es einging. Eine Verurteilung eines früheren US-Präsidenten wegen Missachtung in einem solchen Fall wäre einmalig.