Caen: Auto rast in Menschenmenge - Würzburger OB äußert sich zu Tat
Autor: Alexander Milesevic
14000 Caen, Donnerstag, 27. August 2026
Ein Autofahrer rast in der Normandie in eine Menschengruppe - nach Einschätzung der Behörden absichtlich. Sein Motiv ist noch unklar. Nicht nur in Caen ist die Trauer groß.
Nachdem ein Fahrer mit seinem Auto in eine Menschenmenge in der nordfranzösischen Stadt Caen gefahren ist, hat sich auch Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig zu der Tat mit zwei Toten zu Wort gemeldet. "Ereignisse wie diese sind nicht vorhersehbar und erschüttern uns tief", sagte Heilig und sprach sein Mitgefühl aus. "Nur Zusammenhalt, auch über Grenzen hinweg, kann dabei helfen, dass solche Ereignisse keine dauerhaften Wunden in der Gesellschaft einer Stadt hinterlassen." Er wünsche seinem französischen Amtskollegen und Caens Bürgern "in dieser schweren Zeit Mut, Stärke und Zusammenhalt."
Die Behörden werten die tödliche Fahrt bislang nicht als Terrorakt. "Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nicht von einem terroristischen Motiv aus, aber die Ermittlungen haben gerade erst begonnen", sagte der stellvertretende Staatsanwalt von Caen, Philippe Leonardo, in der Nacht auf Donnerstag (26./27. August 2026) vor Journalisten.
Tödliche Fahrt in Menschenmenge in Caen - zwei Tote und mehrere Verletzte
Bei der Fahrt kamen nach Angaben des Staatsanwalts Joël Garrigue zwei Menschen ums Leben. Es sei eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Mord, versuchten Mord und vorsätzliche Gewalt mit einer Waffe eingeleitet worden. Ein Mann im Alter von etwa 30 Jahren starb laut Mitteilung noch vor Ort, eine zweite Person im Alter von 28 Jahren erlag in der Nacht im Krankenhaus ihren Verletzungen. Auch bei ihr soll es sich um einen Mann handeln, wie Heilig unter Berufung auf erste Erkenntnisse sagte.
Etwa zehn Menschen wurden verletzt, darunter mehrere mit Knochenbrüchen. Dem Präfekten des Départements Calvados, David Clavière, zufolge schwebten mehrere in Lebensgefahr.
Der mutmaßliche Fahrer befinde sich in Gewahrsam, teilte der Präfekt mit. Bei ihm handle sich um einen 26-jährigen Mann russischer Herkunft. Er sei den Geheimdiensten nicht bekannt, der Polizei jedoch wegen Verkehrsdelikten. Er sei am späten Mittwochabend "absichtlich" in die Menschengruppe gerast, betonte Clavière.
Streit vor Todesfahrt
Nach übereinstimmenden Medienberichten war es zuvor an einer Bushaltestelle in der Nähe des Bahnhofs zu einem Streit gekommen. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll der Mann bislang ausgesagt haben, früher am Abend Opfer eines Übergriffs am Bahnhof geworden zu sein. Die Stadt Caen mit rund 110.000 Einwohnern liegt in der Normandie nahe der Atlantikküste. ami/mit dpa