«Blutbad für Labour» – Superwahltag in Großbritannien
Autor: Christoph Meyer und Patricia Bartos, dpa
, Donnerstag, 07. Mai 2026
Die regierende Labour-Partei steuert auf ein vernichtendes Ergebnis bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Vereinigten Königreich zu. Ist für Premierminister Keir Starmer bald Schluss?
In Großbritannien haben Millionen Menschen an einem Superwahltag ihre Stimme abgegeben. In den Landesteilen Schottland und Wales werden die Regionalparlamente neu besetzt. In großen Teilen Englands geht es um Mandate in kommunalen Gremien und um eine Reihe von Rathäusern in Metropolregionen.
Welche Rolle spielen die Wahlen?
Die Bedeutung der Wahlen geht weit über die regionale und lokale Ebene hinaus. Seit Monaten wird spekuliert, ob Premierminister Keir Starmer nach dem als sicher geltenden Wahldebakel für seine Labour-Partei abtreten muss.
Gemeinsam mit seiner Frau Victoria betrat der Premier am Morgen das Wahllokal in der Westminster Chapel im Zentrum Londons. «Entscheidet euch heute für Fortschritt statt für die Politik des Zorns. Wählt Labour», appellierte er kurz danach auf X an die Britinnen und Briten.
Neben Labour dürften auch die Konservativen, die andere große Volkspartei, schlecht abschneiden. Als sichere Sieger gelten vor allem die Rechtspopulisten von Reform UK um Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage und die Grünen.
Sogar der Zusammenhalt des Landes und das Verfassungsgefüge drohen durch die Folgen dieser Wahlen ins Wanken zu geraten. Die Zersplitterung und Polarisierung der Parteienlandschaft stelle das Wahlsystem auf eine harte Probe, warnen Politikwissenschaftler.
Wie schlecht es um Labour bestellt ist, dürfte womöglich über das Schicksal des Premierministers bestimmen. Die Auszählung der Ergebnisse dürfte sich jedoch bis ins Wochenende hineinziehen.
Warum ist Starmer in Schwierigkeiten?
Obwohl Starmers Labour-Partei bei der Parlamentswahl 2024 einen überwältigenden Sieg einfuhr, stand bereits damals fest, dass es keine einfache Legislaturperiode wird.