«Wir haben ihn»: Vermisster US-Soldat im Iran gerettet
Autor: Lars Nicolaysen, Hans Dahne und Jan Mies, dpa
, Sonntag, 05. April 2026
Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten haben den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. US-Präsident Trump schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten.
Mit einem hochriskanten Kommandoeinsatz haben Spezialkräfte den nach dem Abschuss eines Kampfjets im Iran vermissten US-Soldaten gerettet. «Wir haben ihn», schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Versalien. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge versteckte sich der Waffensystemoffizier mehr als 24 Stunden im Südwesten des Landes in felsigem Gelände vor iranischen Kräften und entging so der Gefangennahme.
«Er erlitt Verletzungen, aber es wird ihm gut gehen», schrieb Trump und würdigte den Offizier als «mutigen Krieger». Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war bereits zuvor gerettet worden, wie der US-Präsident bestätigte. «Wir werden niemals einen amerikanischen Soldaten zurücklassen», äußerte Trump.
So spielte sich der «Wettlauf auf Leben und Tod» ab
Die Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds folgte auf einen «Wettlauf auf Leben und Tod» zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, zitierte die «New York Times» US-Beamte. Der Soldat sei von «unseren Feinden gejagt worden», sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. «Dutzende Flugzeuge, ausgestattet mit den tödlichsten Waffen der Welt» seien geschickt worden. An der Lokalisierung des Offiziers soll der Auslandsgeheimdienst CIA maßgeblich beteiligt gewesen sein.
Der Soldat sei «nie wirklich allein» gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen «rund um die Uhr» überwacht. Trump schrieb von einer «der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA».
Der Waffensystemoffizier sei für Ausnahmesituationen dieser Art geschult, schrieb die Pentagon-Korrespondentin und in Sicherheitsfragen gut vernetzte Journalistin vom Sender Fox News, Jennifer Griffin. Er habe sich - wie der Pilot - nach dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz retten können. «Er versteckte sich auf einem erhöhten Bergrücken, nachdem er sich vom Wrack entfernt hatte, und setzte ein Notfallsignal ab», schrieb Griffin auf der Plattform X.
Die US-Spezialkräfte, darunter Fallschirmjäger, nutzten den Berichten zufolge eine provisorisch errichtete Landezone tief in iranischem Gebiet, um dem Vermissten nahezukommen. Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem «heftigen Feuergefecht» kam.
Rettungsflugzeuge flogen den Waffensystemoffizier nach Angaben der «New York Times» zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert - mutmaßlich aufgrund von Beschädigungen, verursacht durch die Bodenverhältnisse der improvisierten Landezone. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden. Die beiden zurückgelassenen Flugzeuge seien gesprengt worden, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.