Auf diese Wählergruppen kommt es bei den Midterms an
Autor: Barbara Munker und Christina Horsten, dpa
, Samstag, 31. Oktober 2026
2024 konnte Donald Trump viele Latino-Stimmen für sich gewinnen. Bei den Midterms könnte es anders kommen. Welche Wählergruppen könnten bei den US-Kongresswahlen den Ausschlag geben?
Der demokratische Politiker Randy Villegas kennt die Sorgen und Nöte der Landarbeiter und Latinos im kalifornischen Central Valley aus erster Hand. Als Sohn mexikanischer Einwanderer wuchs der 31-Jährige in der landwirtschaftlich geprägten und traditionell konservativen Region des US-Westküstenstaates auf.
Villegas, Aktivist und studierter Politikwissenschaftler, tritt bei den Midterms am Dienstag im 22. Kongresswahlbezirk gegen den republikanischen Amtsinhaber David Valadao an, um den Sitz im Repräsentantenhaus in Washington für die Demokraten zu holen. Jüngsten Umfragen zufolge hat der von linken Parteigrößen wie Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez unterstützte Immigranten-Sohn gute Chancen, das Kopf-an-Kopf-Rennen zu gewinnen - vor allem mit Hilfe der Latino-Wähler.
Noch vor zwei Jahren stimmten viele hispanische US-Bürger für Donald Trump und seine Partei. Doch Umfragen deuten darauf hin, dass etliche Wähler mit Wurzeln in Lateinamerika umschwenken: In der jüngsten Umfrage des Marktforschungsinstituts Siena für die «New York Times» favorisieren Latino-Wählerinnen und -Wähler die Demokraten gegenüber den Republikanern mit einem Vorsprung von 30 Prozentpunkten. Die Zeitung bezeichnete Latinos als «wichtigste Wechselwähler der 2020er».
Unzufriedenheit mit Trump
Latinos, traditionell eher eine Bastion der Demokraten, hatten bei den Wahlen 2024 unter anderem Hoffnungen auf Trumps Versprechen gesetzt, die Lebenshaltungskosten zu senken. Doch nun führen insbesondere die explodierenden Preise bei Benzin, Lebensmitteln und der Gesundheitsversorgung zu Frust - und für viele gerade in ländlichen Bezirken zu einem echten Überlebenskampf.
Villegas adressiert in seiner Kampagne genau diese Punkte: Senkung der Lebenshaltungskosten, eine allgemeine staatliche Krankenversicherung («Medicare for All») sowie Hilfen für Arbeiterfamilien. Der liberale Demokrat wettert auch gegen die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE und Trumps radikale Migrations- und Abschiebepolitik. Die teils brutalen Übergriffe der Bundesbehörden gegen Migranten sind umstritten und hatten landesweit große Proteste ausgelöst.
Eine Einwanderin aus Mexiko erzählt, sie kenne viele Leute in ihrer Latino-Community, die 2024 für Trump stimmten und dies inzwischen bereuten. Nun hätten viele Angst vor ICE-Einsätzen, Verhaftungen und Abschiebungen - selbst für Migranten mit Papieren.
Gegenwind aus eigenen Reihen
Auch aus den eigenen Reihen bekommt Trump Gegenwind für seine umstrittene Abschiebepolitik. Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida, die um ihren Wiedereinzug ins Repräsentantenhaus kämpft, veröffentlichte im September eine Videobotschaft, in der sie Trump direkt attackiert: «Herr Präsident, einige Ihrer Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts sind zu weit gegangen.»