Artemis 2: Mondmission startet mit unerwarteten Komplikationen
Autor: Agentur dpa, Strahinja Bućan
Cape Canaveral, Donnerstag, 02. April 2026
Erstmals seit 50 Jahren machen sich Menschen wieder auf den Weg zum Mond. Ganz reibungslos verlief der Start der "Artemis 2"-Mission aber nicht.
Ein Meilenstein: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Vier Astronauten hoben dafür um 18:35 Uhr Ortszeit (00:35 Uhr MESZ) an Bord der "Orion"-Kapsel mit dem Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Der Start der krisengeplagten Mission "Artemis 2" war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden.
"Der heutige Start ist ein entscheidender Moment für unsere Nation und für alle, die an Erforschung glauben", sagte Nasa-Chef Jared Isaacman. "'Artemis 2' ist der Start von etwas, das größer ist als nur eine Mission. Es ist der Beginn unserer Rückkehr zum Mond, nicht nur zum Besuchen, sondern irgendwann auch zum Bleiben in unserer Mond-Station." Man lege die Basis für die nächsten "gigantischen Schritte".
Artemis 2 gestartet - erste bemannte Mond-Mission seit 50 Jahren
Kurz nach dem Start sei vorübergehend die Kommunikation zwischen den Astronauten an Bord der "Orion"-Kapsel und dem Kontrollzentrum auf der Erde abgebrochen, sagte Isaacman. Das Problem habe aber schnell wieder gelöst werden können und werde nun aufgearbeitet. Es sei ein "historischer Tag", sagte der deutsche Astronaut Alexander Gerst vor dem Start der Deutschen Presse-Agentur, sein Astronautenkollege Matthias Maurer sprach von einem "ganz neuen Kapitel für die Raumfahrt".
US-Präsident Donald Trump hatte schon vor dem Start auf seiner Online-Plattform Truth Social kommentiert: "Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen – wirtschaftlich, militärisch und jetzt auch über die Sterne hinaus." Nach dem Start gratulierte er der Nasa und den "mutigen" Astronauten zu Beginn einer Rede an die Nation. "Das war ganz schön beeindruckend."
"Artemis 2" baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission "Artemis 1" von 2022 auf. An Bord der "Orion"-Kapsel soll die Crew – bestehend aus der US-Astronautin Christina Koch, ihren US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen – etwa zehn Tage lang um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen soll. Kanadas Premierminister Mark Carney gratulierte US-Präsident Trump laut Mitteilung am Telefon zu dem erfolgreichen Start.
Artemis 2 soll Entfernungs-Rekord aufstellen
Der Flugverlauf von "Artemis 2" gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen - und könnten sich weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste nicht-weiße Mensch und Hansen der erste Kanadier.
Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der "Apollo 17"-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den "Apollo"-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.