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ARD-Studio bei russischem Angriff massiv zerstört - "ist ein Schock"


Autor: Daniel Krüger, Agentur dpa

Kiew, Sonntag, 24. Mai 2026

Bei heftigen Drohnen- und Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist auch das Studio der ARD, das vom WDR betrieben wird, teilweise zerstört worden.
Im ARD-Studio in Kiew arbeiten Reporter unter gefährlichen Bedingungen.


Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert nun schon seit mehr als vier Jahren an. In der Nacht zum Sonntag (24. Mai 2026) hat Russland erneut einen massiven Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gestartet. 

Bei dem schweren russischen Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine ist auch das zentral gelegene ARD-Studio in Kiew massiv beschädigt worden, wie die Tagesschau berichtet.  Es sei wahrscheinlich durch eine Druckwelle in Teilen zerstört worden, die Fenster bersten und Wände einstürzen ließ.

ARD-Studio in Kiew teilweise zerstört - Angriffe fordern zwei Tote und viele Verletzte

Das Glück: Während des Angriffs seien keine Mitarbeiter im Studio gewesen. Die statische Sicherheit des Gebäudes müsse nun überprüft werden. Trotz der starken Schäden setze das Team die Berichterstattung fort. "Rausgerissene Fensterrahmen, überall Splitter, zerstörte Technik - den eigenen Arbeitsplatz völlig verwüstet zu sehen, ist ein Schock", wird Studioleiter Vassili Golod zitiert.

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Bei den massiven russischen Angriffen mit Kampfdrohnen und Raketen sind in Kiew mindestens zwei Menschen getötet worden. Es gebe auch mindestens 69 Verletzte - 33 von ihnen, darunter zwei Kinder, würden in Krankenhäusern behandelt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko am Morgen bei Telegram mitteilte. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte setzte Russland 90 Raketen und Marschflugkörper sowie 600 Drohnen verschiedener Typen ein.

Insgesamt seien 604 Ziele unschädlich gemacht worden, darunter 55 Raketen und Marschflugkörper und 549 Drohnen. Der Zivilschutz veröffentlichte Fotos und Videos von massiven Zerstörungen an ziviler Infrastruktur und von großen Bränden. Die ganze Nacht über und am Morgen hatte es Luftalarm und Berichte über Explosionen in verschiedenen Teilen der Hauptstadt gegeben.

Russland setzt gefürchtete Oreschnik-Rakete ein

Das russische Verteidigungsministerium und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigten, dass Russland auch die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt habe. Ein Sprecher der Luftstreitkräfte hatte am Morgen ukrainischen Medien zufolge von einem solchen Angriff im Raum der Großstadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet berichtet.

Russland hatte diesen Schlag als Vergeltung angedroht nach dem ukrainischen Angriff auf eine Berufsschule in dem von Moskau besetzten Gebiet Luhansk. Dabei waren am Freitag 21 Studenten getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

WDR-Intendantin Katrin Vernau äußerte sich laut Tagesschau "sehr erleichtert", dass keine Mitarbeiter verletzt wurden. "Aber dies zeigt erneut, unter welch gefährlichen Bedingungen unser Team in Kyjiw seit Jahren arbeitet", sagte sie dem Nachrichtenmagazin.

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