Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert Gespräche
Autor: dpa
, Montag, 23. März 2026
Erst ein Ultimatum, nun die Kehrtwende: US-Präsident Trump stoppt Angriffspläne auf den Iran. Er begründet das mit guten Gesprächen mit dem Iran. Doch die Führung dort äußert sich ganz anders.
US-Präsident Donald Trump hat seine ultimativ angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben – wegen nach seinen Worten «produktiver Gespräche» mit der Islamischen Republik. Ursprünglich hatte er Teheran ein harte Frist gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb.
Iran dementiert Gespräche
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementierte: Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben. «Fake News» würden genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem «Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken». Beide Staaten hatten die Islamische Republik vor drei Wochen angegriffen.
Auch vom Außenministerium in Teheran hieß es laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna, dass es keine Verhandlungen oder Gespräche mit den USA in den letzten 24 Tagen gegeben habe. Irans Positionen hinsichtlich der Straße von Hormus und der Beendigung des Krieges seien unverändert.
Trump stellt es anders dar
Trump wies nach eigenen Worten das Verteidigungsministerium an, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen. Er sprach von «detaillierten und konstruktiven Gesprächen» mit der Islamischen Republik, die in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Aussetzung der Angriffe stehe unter dem Vorbehalt des Erfolgs weiterer Treffen und Verhandlungen.
Die USA und der Iran sind sich nach Trumps Darstellung bei rund 15 Punkten einer möglichen Vereinbarung einig geworden. «Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt», sagte der Republikaner vor Reportern in Florida. Es gebe wesentliche Übereinstimmungen in den meisten Punkten. Bei den Gesprächen sei von US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner dabei. Die beiden hatten im Duo im Gaza-Krieg verhandelt. «Axios»-Reporter Barak Ravid berichtete unter Berufung auf Informationen aus Israel, dass sie mit Parlamentspräsident Ghalibaf sprechen.
Trump sagte dazu, man verhandle mit einer Person, von der er nach eigenen Angaben glaubt, dass sie die Angesehenste sei. Es handele sich nicht um den neuen obersten Führer, Modschtaba Chamenei.
Trump sagte weiter, der Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Kriegs – und die USA auch. Man werde am heutigen Montag voraussichtlich miteinander telefonieren.