«Völlige Zerstörung»: Was, wenn Trumps Drohung wahr wird?
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Dienstag, 07. April 2026
US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit massiver Zerstörung zentraler Infrastruktur. Er riskiert damit laut Experten verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung. Und nicht nur das.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte Teheran nicht auf seine Forderung zur Öffnung der Straße von Hormus eingehen. Er sagte, die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine «völlige Zerstörung» herbeiführen. «Das ganze Land kann in einer Nacht ausgelöscht werden, und das könnte schon morgen Nacht sein.» Wichtige Fragen und Antworten rund um Trumps Drohungen:
Wie ist die Infrastruktur im Iran?
Der Iran verfügt trotz harter internationaler Sanktionen über eine vergleichsweise gut ausgebaute und moderne Infrastruktur. Vieles davon ist staatlich organisiert und wurde in den vergangenen Jahrzehnten teils mit chinesischer Unterstützung weiterentwickelt. Das Land mit seinen rund 90 Millionen Einwohnern und einer Fläche etwa viermal so groß wie Deutschland verbindet große Metropolräume wie Teheran, Isfahan oder Maschhad mit weitläufigen, schwer zugänglichen Regionen.
Autobahnen, Ringstraßen und U-Bahnen bilden das Verkehrsnetz innerhalb der Ballungsräume. Auf dem Land wird die Infrastruktur deutlich dünner. Das Schienennetz verbindet die wichtigsten Städte und wird seit Jahren ausgebaut, auch mit Blick auf internationale Handelsrouten. Der Luftverkehr leidet unter den Sanktionen, viele Flugzeuge sind alt, Ersatzteile sind knapp.
Der Iran gehört zu den größten Öl- und Gasproduzenten weltweit und betreibt ein dichtes Netz aus Kraftwerken, darunter große Gaskraftwerke wie in Damawand bei Teheran sowie zahlreiche Staudämme. Diese Anlagen sichern die Versorgung, sind aber zugleich empfindliche Ziele.
Wie ist die Stimmung bei der Bevölkerung im Iran?
Trump hatte bereits vergangene Woche gedroht, die Iraner mit heftigen Angriffen zurück in die Steinzeit zu versetzen - «wo sie hingehören», wie er sagte. Bei vielen Menschen im Land, auch Regierungsgegnern, löste dies große Empörung aus. Heute überwiegen jedoch Sorgen und Fassungslosigkeit.
Behsad, ein Taxifahrer, lebt nun in täglicher Angst. Seine anfängliche Euphorie über die Schwächung der politischen Führung ist der Ernüchterung über Trump gewichen. «Eins werde ich ihm nie verzeihen. Ich habe jetzt so eine Angst vor Brücken und fahre bis auf Weiteres über keine einzige mehr, selbst wenn das einen Umweg von 100 Kilometern bedeutet.»
Ähnlich äußert sich Mostafa, ein etwa 70 Jahre alter Rentner. «Wir sind Herrn Trump ja dankbar, dass er den Sturz des Regimes wollte», sagt der Mann, der früher als Buchhalter im Ölministerium gearbeitet hat. «Aber derzeit trifft es eher uns. Er hat uns zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht.»