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AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt: Putin äußert sich - und provoziert mit Aussage


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Neu Delhi, Samstag, 12. Sept. 2026

Vor Medienvertretern wird der russische Präsident nach dem starken Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt gefragt. Der Kremlchef nutzt dies als Steilvorlage, um seine Sicht auf Europa darzulegen.
Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt am Rande des BRICS-Gipfels an einem Treffen mit dem malaysischen Premierminister Ibrahim teil. Der Kremlchef führt den AfD-Erfolg auf politische Fehler des Westens zurück.


Kremlchef Wladimir Putin sieht den Wahlerfolg der AfD bei der jüngsten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch in Fehlern des Westens begründet. Alles, was derzeit in Europa geschehe, sei das Resultat systematischer Fehler westlicher Staaten in Fragen der Politik, Sicherheit und Wirtschaft, sagte Putin bei einer Pressebegegnung in Neu-Delhi. Zugleich stellte er den Vorwurf in den Raum, dass die Regierungen europäischer Staaten einen offenen Konflikt mit Russland provozierten und dadurch ihre Bürger verunsicherten - was sich dann auch in den Wahlergebnissen in Deutschland widerspiegele.

Die Bürger der europäischen Länder verstünden, was passiere, sagte Putin, der sich zurzeit wegen des Gipfeltreffens der Staatengruppe Brics am Wochenende in Indien aufhält. Er glaube, darauf beruhten auch die Ergebnisse in der Bundesrepublik. Weitere Reaktionen aus dem Ausland haben wir hier gesammelt.

Putin führt AfD-Erfolg auf Fehler des Westens zurück und dementiert Bedrohung

Der kremlnahe TV-Korrespondent Pawel Sarubin veröffentlichte ein Video auf Telegram, in dem die Aussagen Putins zu hören sind. Demnach war der Kremlchef zuvor nach einem Kommentar zum Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag (6. September 2026) gefragt worden. Putin legte in einer ausführlichen Antwort seine Sicht auf die Lage in Europa dar.

Video:




Russland bedrohe keine europäischen Länder und habe gar keine Grundlage für einen Konflikt mit ihnen, da mit dem Ergebnis des Zweiten Weltkriegs alle Fragen geklärt worden seien, sagte Putin. Er hatte aber auch vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine verlauten lassen, dass Moskau keinen Krieg plane.

Der Konflikt gehe vielmehr von den europäischen Staaten aus, gab Putin zu verstehen. "Wollen sie die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs revidieren? Zu was treiben sie die Völker ihrer Länder? Zu einem Krieg mit der Russischen Föderation? Jetzt reden sie darüber, dass sie darüber nachdenken, wie sie Truppen auf das Gebiet der Ukraine bringen könnten. Das bedeutet Krieg mit Russland."

Betreibt Russland hybride Kriegsführung?

Putin hatte im Februar 2022 den Befehl zum Angriff auf die Ukraine gegeben. Mittlerweile dauert der zerstörerische Krieg seit mehr als viereinhalb Jahren an. Eine Koalition aus über 35 Ländern verständigte sich Anfang des Jahres darauf, der Ukraine rechtsverbindlich zuzusichern, sie nach einem etwaigen Friedensschluss und im Falle eines erneuten russischen Angriffs nicht allein zu lassen. Außerdem steckte sie den Rahmen für eine multinationale Truppe ab, die als Abschreckung dienen und in Friedenszeiten die ukrainischen Streitkräfte unterstützen soll - etwa bei der Ausbildung von Soldaten sowie der Sicherung des Luftraums und der Seegebiete.

Die bisherigen Vermittlungsbemühungen im Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs, zuletzt vonseiten der USA, brachten keinen Durchbruch. Moskau beharrt auf Maximalforderungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen.

EU-Staaten werfen Russland immer wieder hybride Kriegsführung vor. Darunter versteht man eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln. Dazu zählen auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, um die öffentliche Meinung etwa vor Wahlen zu beeinflussen.

Medwedew mit Reaktion auf Strafmaßnahmen

Die Bundesregierung schrieb russischen Geheimdiensten auch einen versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle zu. Die Drohne war Anfang August in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs entdeckt worden. Russland bestreitet den Vorwurf.

Als Reaktion auf deutsche Strafmaßnahmen deswegen erklärte der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew: "Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik" und "durchaus auch einige andere Orte in Berlin". Der Ex-Präsident fällt immer wieder mit Drohungen etwa zu Atomschlägen gegen westliche Hauptstädte wie Berlin, London oder Paris auf.

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