Xavier Naidoo polarisiert erneut: "Alle schon einen Mensch gefressen"
Autor: Agentur dpa
Deutschland, Donnerstag, 19. Februar 2026
Xavier Naidoo polarisiert erneut mit verschwörungstheoretischen Aussagen. Nach einer Demonstration spricht er von "Menschenfressern".
Der umstrittene Soul-Star Xavier Naidoo hat kurz nach seinem Comeback auf einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin mit Aussagen unter anderem zu "Menschenfressern" irritiert.
"Wir reden von Menschenfressern", sagte der 54-Jährige am Rande der Veranstaltung "Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen" mit Bezug zu den Epstein-Akten. "Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys."
Radikalisierende Aussagen
Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte bewertet Naidoos Wortwahl als radikalisierend. "In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie „Tothschild“ die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet", sagte Michael Blume. "Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe „Kinderfresser“ und „Menschenfresser“ als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen." Dies sei sehr gefährlich.
Video:
Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töteten. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.
Der Musiker beantwortete bei der kleinen Demonstration am Dienstag (17. Februar 2026) Fragen von Teilnehmern und Reportern. Dabei sagte er auch Sätze, wie: "Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben" oder "Sobald du Menschenfleisch gegessen hast, bist du kein Mensch mehr." Dabei ist sich Naidoo sicher, dass "wir alle schon Menschenfleisch gegessen haben", ohne es zu wissen. "Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Mensch gefressen." Das entsprechende Video ist auf Youtube zu sehen.
Verschwörungs-Ideologien verbreitet
Begleitet wurde die Veranstaltung vor dem Kanzleramt von Medien und Streamern aus dem rechtsextremen und verschwörungsideologischen Spektrum. Die Veranstalter der Demonstration distanzieren sich in einer Stellungnahme von Naidoos Auftritt. Der Sänger und andere Akteure hätten "den Platz für ihre eigenen Zwecke" instrumentalisiert.
Naidoo fällt seit langem mit Äußerungen im Zusammenhang mit Verschwörungserzählungen auf, die auch antisemitische Chiffren enthielten. Für Aufsehen sorgte etwa schon vor Jahren ein Video, in dem er Thesen der US-amerikanischen QAnon-Verschwörungsideologie verbreitete, wonach angeblich Kindern in satanischen Ritualen Blut abgezapft werde. Zudem vertrat er in der Vergangenheit die Ansicht, dass die Erde nicht rund sei.