Wird das «Stranger Things»-Finale enttäuschen?
Autor: Gregor Tholl, dpa
, Mittwoch, 31. Dezember 2025
Die derzeit größte Serie der Welt geht zu Ende. Beispiele für Serien, die Teile ihres Publikums am Ende enttäuscht haben, gibt es einige. Wie wird es wohl beim Netflix-Hit «Stranger Things»?
Fremdartige Sache, dieses «Stranger Things». Diese Serie heißt so, wie manche ihre Staffeln empfinden: als, nun ja, seltsame Phänomene. Für viele ist die Serie das Nonplusultra des Streaming-Zeitalters, für andere bloß ausgewalzter Monsterhorror.
Jetzt steht das große Finale bei Netflix an (1.1., 2.00 Uhr morgens) - und der Hype wird enorm angeheizt, allein weil die fünfte und letzte Staffel (seit November) in drei Teilen veröffentlicht wird und die Final-Episode mit gut zwei Stunden Spielfilmlänge hat.
Premiere der Serie war vor fast zehn Jahren
Im Sommer 2016 feierte «Stranger Things» Premiere. Damals befand sich das amerikanische Bewegtbild-Business noch mitten im Serienflut-Phänomen «Peak TV», was so viel wie Produktionsgipfel bedeutet; 2016 kamen in den USA rund 450 Drehbuchserien auf den Markt, 2022 auf dem Höhepunkt sogar rund 600.
Mit mehreren hundert Millionen Abrufen für alle bisherigen Staffeln zusammen kann «Stranger Things» wohl als (derzeit) größte oder wichtigste Serie der Welt bezeichnet werden.
Im Serien- und Streaming-Zeitalter der letzten Jahrzehnte (mit Small-Talk-Sätzen wie «Was schaust du gerade?» oder auch «Du musst unbedingt dies gucken») gehört sie zu den aufsehenerregendsten High-End-Produktionen.
«Stranger Things» gilt als ein Highlight des Serienzeitalters
Episodenübergreifende, horizontale Erzählweisen, abgründige Charaktere, vielschichtige Handlungen bannten die Zuschauer in den vergangenen Jahren bei einigen global erfolgreichen Serien. Man denke an Hits wie «Breaking Bad», «Downton Abbey», «House of Cards», «Mad Men», «Haus des Geldes».
So wurde auch die Mystery-Serie «Stranger Things» weltweit Gesprächsthema. Mit ihrer Mischung aus Fantasy, Horror und Heranwachsenden-Story (Coming of Age) und mit viel 80er-Jahre-Retroflair, das auf Klassiker wie «E.T.», «Poltergeist», «Stand by Me», «Es» oder «A Nightmare on Elm Street» anspielte, traf sie geschickt einen Nerv der Zeit. Sie bediente Nostalgie, schuf aber zeitgleich etwas Originäres, eine eigene Welt.