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"Wie kann man das als Mutter verantworten?" - Cathy Hummels postet Bikini-Foto mit ihrem Sohn und erntet Kritik


Autor: Isabel Schaffner

München, Dienstag, 02. November 2021

Cathy Hummels sorgt derzeit mit einem öffentlich geposteten Foto für Aufsehen. Darauf sind sie und ihr bald vier Jahre alter Sohn in Badekleidung zu sehen. Viel zu viel Haut, finden viele ihrer Fans.
Dass Influencerin und Moderatorin Cathy Hummels ihren Sohn in Badehose zeigt, missfällt vielen ihrer Fans. Diskussionen um die Gefahr von sexuellem Missbrauch kommen auf.


  • Cathy Hummels polarisiert mit Foto von sich und ihrem Sohn in Badebekleidung
  • "Unverantwortlich" und "ganz schlimm": Viele Fans sind entsetzt und verärgert
  • Derartige veröffentlichte Kinderfotos können von Erwachsenen für sexuelle Gewalttaten missbraucht werden
  • Wahrung der Persönlichkeitsrechte: Eltern und pädagogische Fachkräfte haben Verantwortung

Aufmerksamkeit erregt das Foto von Cathy Hummels, getrennte Ehefrau des Fußballers Matz Hummels, mit ihrem kleinen Sohn Ludwig in jedem Fall. Am 1. November 2021 veröffentlichte die Influencerin und Moderatorin ein Bild auf Instagram, mit dem sie für viele ihrer Follower ihre Verantwortung als Mutter verletzt. 

Diskussion um Recht auf Privatsphäre: Cathy Hummels postet sich und Sohn halbnackt

Cathy Hummels sitzt auf einer Liege und schaut leicht lächelnd in die Kamera. Sie trägt ein weißes Bikini-Oberteil, um die Hüften ist ein weißes Handtuch gewickelt. Rechts neben ihr sitzt Ludwig, in der rechten Hand hält er eine Gummibärchentüte, mit der linken fasst er sich an die Stirn. Sein Gesicht ist somit nicht vollkommen zu erkennen, jedoch ist auch er nur mit einer Badehose bekleidet. Die junge Mutter betitelt das Bild mit "Wir 2 *Herzsymbol* #monday". Einen Tag später hat das Bild fast 20.000 Likes und über 900 Kommentare erhalten. Darunter zahlreiche entsetzte.

"Bitte, bitte bitte keine Fotos von Kindern, die auch noch halbnackt sind, online stellen. Sie haben Recht am eigenen Bild und Recht auf Privatsphäre. Würdest du mit dem Bild z.B. eine U-Bahn plakatieren, in der fremde Menschen abhängen? Die das Bild abhängen können und einfach mit nach Hause nehmen könnten? Für was auch immer? Eher nicht, oder? Im Netz ist es irgendwie nicht anders", schreibt der Account "Infoluencer_", der die Social-Media-Welt nach eigenen Angaben kritisch und satirisch hinterfragt und aufklären will.

Eine weitere Nutzerin schreibt: "Anscheinend verstehen manche Menschen nicht, dass dieses Bild für immer online ist. Stell dir nur mal vor, dass es im darknet landet. Irgendwer geilt sich daran auf. Wie kann man das als Mutter verantworten?!" und fügt hinzu, sie fände es auch nicht, wenn ihre Mutter heute solch ein Bild von ihr posten würde. Eine direkte Reaktion von Cathy ist nicht zu finden. In den vergangenen Monaten stellte sie ihren Sohn immer wieder der Öffentlichkeit auf Bildern vor. Mit diesem Motiv aber überschreitet sie eine Grenze, finden viele. 

Die Gefahr von sexuellem Missbrauch an Kindern muss ernst genommen werden

Kinderpornografische Straftaten steigen in Deutschland stetig an. Im Vergleich zum Jahr 2018 wurden beispielsweise mit insgesamt 225 Straftaten im Jahr 2020 bereits 541 Fälle registriert. Erst am 20. Oktober 2021 (dem Aktionstag gegen Kinderpornografie) stellte die Polizei bei einer Durchsuchungsaktion in 26 Wohnanwesen umfangreiches Beweismaterial sicher. 

Die Webseite des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs klärt über die Denkweisen von Tätern und die Verantwortung von Erziehungsberechtigten auf. So fehle den Tätern meist jegliches Einfühlungsvermögen für die Kinder und das ihnen zugefügte Leid. Auch dem Konsumieren ohne einen direkten Kontakt zu den Kindern liege ein realer Missbrauch zugrunde und sei nicht zu rechtfertigen. Ein Bild, wie es Cathy Hummels veröffentlicht hat, fällt unter die Rubrik "Posing": "Das Spektrum reicht von bekleideten, posierenden Kindern, Kindern in Unterwäsche oder Badekleidung, über Nacktbilder schlafender oder im Planschbecken spielender Kinder bis hin zu sogenannten Fetischbildern."

All diese Motive könnten manche Erwachsene sexuell erregen, warum es so wichtig sei, dass sich Eltern und pädagogische Fachkräfte ihrer Verantwortung bewusst sind. Viele Eltern seien nicht sensibel genug für die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder und sollten bestimmte Bilder der Öffentlichkeit vorenthalten: "Es ist ein Unterschied, ob Eltern Fotos vom Nacktplanschen ihrer Kinder im Meer in ihr Familienalbum kleben oder sie auf Facebook stellen."