Autumn Durald Arkapaw gewann für den Film als erste Frau den Oscar für die beste Kameraführung. Michael B. Jordan, der für seine Doppelrolle in dem Drama mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, würdigte in seiner Dankesrede andere schwarze Preisträger, darunter Denzel Washington, Halle Berry und Jamie Foxx. «Ich stehe hier dank der Menschen, die vor mir da waren.»
O’Brien macht Peniswitz über Trump
Moderator Conan O’Brien nutzte die Bühne für ironisch politische Kommentare. Er spielte auf US-Präsident Donald Trump an und griff den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf.
O'Brien sagte im Laufe der Gala in Anspielung auf die Umbenennung des Kennedy Center in Washington in «Trump Kennedy Center»: «Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater. Mal sehen, ob er da seinen Namen davor setzt.» Die Verleihung fand im Dolby Theatre in Hollywood statt.
Jimmy Kimmel macht sich über Melania-Doku lustig
Auch Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel teilte gegen Trump aus, ohne den Präsidenten namentlich zu nennen. Als er die Dokumentarfilmkategorien auf der Bühne präsentierte, sagte er: «Oh Mann, er wird sauer sein, seine Frau wurde dafür nicht nominiert.» Damit spielte er auf den Amazon-Film «Melania» an, der die First Lady vor dem Machtwechsel im Weißen Haus begleitet.
Zuvor hatte Kimmel über Filmemacher gesprochen, die sich der Aufgabe verschrieben hätten, die Wahrheit zu erzählen, Ungerechtigkeit anprangerten und zum Handeln inspirierten. Dann fügte er hinzu: «Und es gibt auch Dokumentarfilme, in denen man im Weißen Haus herumläuft und Schuhe anprobiert.»
Die USA stellte er später in einem überspitzten Witz in eine Reihe mit Nordkorea: «Wie Sie wissen, gibt es einige Länder, deren Führung die Meinungsfreiheit nicht unterstützt. Es steht mir nicht frei zu sagen, um welche es sich handelt. Belassen wir es einfach bei Nordkorea und CBS.» Der Paramount-Sender CBS schlägt seit der Übernahme durch die Familie des als Trump-Unterstützer geltenden Tech-Milliardärs Larry Ellison zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.
Politische Botschaften - und rührende Momente
Auch andere Künstler nutzten ihre Auftritte für politische Statements. Schauspieler Javier Bardem sagte: «No to war - and free Palestine». Jubel brandete auf. Und der norwegische Regisseur Joachim Trier verwies bei seiner Dankesrede für «Sentimental Value» auf den Schriftsteller James Baldwin und sagte: Alle Erwachsenen seien für alle Kinder verantwortlich - und man solle keine Politiker wählen, die das nicht ernst nähmen.
Er selbst habe zwei kleine Kinder, sagte Trier Backstage vor Reportern. Das Leid von Kindern in Krisen- und Kriegsgebieten bringe ihn und viele seiner Freunde zum Weinen. Es gebe viele Diktaturen. «Wir befinden uns wieder in einer Zeit von starken Männern», sagte der Regisseur.
Im Laufe der Preisverleihung gab es auch einige rührende Momente. Barbra Streisand (83) erinnerte an ihren im September mit 89 Jahren gestorbenen Filmpartner Robert Redford. Er habe sich stets dafür eingesetzt, die Pressefreiheit zu verteidigen und die Umwelt zu schützen. «Ich vermisse ihn jetzt mehr denn je», sagte sie. Auch wenn er sie gerne aufgezogen und «Babs» genannt habe. Dann sang Streisand einen Ausschnitt des Lieds «The Way We Were» aus dem legendären Liebesfilm «So wie wir waren» (1973).
Jessie Buckley gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle der Ehefrau von William Shakespeare in dem Spielfilm «Hamnet». Sie nahm die Auszeichnung sichtlich bewegt und mit zitternder Stimme entgegen. Sie erinnerte daran, dass in Großbritannien Muttertag sei - und widmete ihren Oscar «dem wunderschönen Chaos im Herzen einer Mutter».
Chalamet-Film geht leer aus und ein Preisträger fehlt
Für Gesprächsstoff sorgte, dass der Tischtennis-Film «Marty Supreme» mit Timothée Chalamet komplett leer ausging - und dass ein Gewinner einer wichtigen Kategorie gar nicht anwesend war. Sean Penn gewann für seine Nebenrolle in «One Battle After Another» seinen dritten Oscar, kam aber nicht zur Verleihung. Damit gehört er nun zu den männlichen Schauspielern mit den meisten Oscars, neben Jack Nicholson, Walter Brennan und Daniel Day-Lewis. Den Preis nahm Vorjahressieger Kieran Culkin stellvertretend entgegen.
Warum Penn der Gala fernblieb, ist unklar. Die «New York Times» berichtete, der Schauspieler habe zuletzt eine Reise in die Ukraine geplant. Politisches Engagement wäre für Penn jedenfalls nichts Neues: Der Oscar-Preisträger hatte vor einigen Jahren sogar einmal in einem Interview erwogen, seine Trophäen einschmelzen zu lassen - damit daraus Munition für den Krieg gegen Russland hergestellt werden könnte.