Wann heiratet Taylor Swift - und warum interessiert uns das?
Autor: Lisa Forster, dpa
, Mittwoch, 13. Mai 2026
13. Juni, 3. Juli - oder ein ganz anderes Datum? Das Interesse an der Hochzeit von Taylor Swift und Travis Kelce zeigt, warum wir wieder an große Liebesgeschichten glauben wollen.
Heiraten Taylor Swift und Travis Kelce am 3. Juli in New York? Das schrieb die US-Klatschseite «Page Six», auch ein bekannter Promi-Journalist sprach in einem Interview des Senders Fox 5 New York von diesem Datum. Bestätigt wurde das ebenso wenig wie ein ebenfalls kursierender Termin, der 13. Juni. Gerüchte und vermeintliche Insiderinformationen zur wohl größten Hochzeit des Jahres verdichten sich gerade - und parallel wächst die Neugier vieler Fans.
Die Spekulationen erzählen etwas darüber, was Romantik gerade wieder sein darf - sichtbar und groß. Aber warum interessieren sich eigentlich so viele Menschen für die Hochzeiten von Prominenten?
Eskapismus - und warum er nicht schlecht sein muss
Am naheliegendsten ist wohl Eskapismus. Promi-Hochzeiten erfüllen in der Gesellschaft unterschiedliche Funktionen, erklärt die Wissenschaftlerin Svenja Reiner: Sie liefern dem Boulevard verlässliche Anlässe - und bieten zugleich eine Form der psychologischen Entlastung.
Im BBC-Podcast «Famously in Love» beschreiben die Moderatoren Jack Remmington und Sarel die Faszination als bewusste Auszeit vom eigenen Alltag. Gerade in Zeiten von Krisen könne der Blick auf das Leben anderer wie ein kurzes Innehalten wirken: Man blättere durch Magazine oder scrolle durch soziale Medien - und tauche für einen Moment in eine andere Welt ein.
Dabei müsse Eskapismus nicht negativ sein, betont Reiner. Statt eines Rückzuges ins Private könne er auch eine Ressource sein. Reiner, die unter anderem zu Fankultur forscht, versteht das so: «Eskapistische Momente können auch wichtige Orte der Ruhe werden und des erneuten Zu-Kräfte-Kommens. Um sich vor Augen zu führen, dass vielleicht noch mehr geht als das, was die Realität uns manchmal so explizit oder implizit zu vermitteln versucht.»
Gleichzeitig schränkt sie ein: «Auch, wenn dieser Rückzugraum bei Taylor Swift als stärkendes Moment den Ausblick auf eine weiße, heterosexuelle, monogame Ehe anbietet.» Viele Menschen ziehen sich, so ihre Einschätzung, aktuell in die private Zweisamkeit zurück. «Die Figur des Drinnies, der Introvertierten, die lieber zu Hause bleiben, erlebt seit der Corona-Pandemie einen Aufschwung und führt nicht automatisch dazu, dass man sich nach dem ruhigen Abend daheim im politischen Außen organisiert.»
Romantik-Sehnsucht liegt im Trend
Eine weitere Antwort führt über einen gegenwärtigen Trend zur Romantik. «Romance ist gerade irgendwie überall in der Popkultur», sagte die Journalistin Salwa Houmsi vor kurzem in ihrem Podcast «House of Houmsi».