Wahnsinn mit 75: Wolfgang Petry singt übers Alter
Autor: Jonas-Erik Schmidt, dpa
, Freitag, 25. Sept. 2026
Kein Handy, keine Kreditkarte, Probleme im Parkhaus: Wolfgang Petry hadert bisweilen mit der Moderne. Musikalisch läuft es dagegen weiterhin rund – auf seinem neuen Album singt sogar sein Enkel mit.
Wolfgang Petry ist vor ein paar Tagen 75 geworden und das ist ein Alter, in dem man auch mal über Aufzüge singen kann. Der Großmeister des deutschen Rockschlagers beginnt sein neues Album mit einer Art gesundheitlicher Bestandsaufnahme: «100 Stufen durch das Treppenhaus, früher war das kein Problem!», singt er. «Ich geb' zu: Heute bin ich froh, wenn ich da 'nen Aufzug seh.»
Hui, was ist denn mit «Wolle» los, denkt man so bei sich, während schon die nächste Zeile heranfliegt: «Und zwischendurch – wer kennt es nicht? – tut auch der Rücken weh. Schuld ist wieder mal das Wetter - mal der Regen, mal die Sonne, mal der Schnee.»
Wolfgang Petry, so scheint es, kann nicht nur Rockschlager. Sondern neuerdings auch Rückenschlager.
«Ein Leben lang» heißt das neue Petry-Album, das am Freitag (25.9) erschienen ist. Wer es durchhört, bekommt schnell eine Ahnung davon, was den Mann, dessen Frisur einst den Begriff «Zottelmähne» beispielgebend illustrierte, heute so beschäftigt.
Vorweg sei gesagt: Es ist keine vertonte Senioren-Zeitschrift geworden, sondern ein ziemlich munteres Spätwerk mit einiger Selbstironie - und der Bereitschaft, etwas preiszugeben. Über das Leben, die Liebe und, ja, die Veränderungen, die das Alter auch für eine Schlagerkoryphäe mit sich bringt.
Auf einen Hit brauche er jedenfalls nicht mehr schielen, sagt Petry der Deutschen Presse-Agentur. «Ich schreibe einfach, was mir gefällt und mich beschäftigt.»
Petry bleibt lieber im Hintergrund
Interessant ist das vor allem deshalb, weil sich der Musiker seit Jahren extrem rar macht. Er veröffentlicht zwar immer noch Musik, große Konzerte oder Homestorys sucht man aber vergeblich. Der dpa bestätigt er erneut unmissverständlich: «Es gibt keine neue Tour mehr von mir. Das bleibt nur noch in der Erinnerung.»