Und wie wird nun der Eurovision Song Contest nächstes Jahr?
Autor: Elena Lalowa, Gregor Tholl, Jonas-Erik Schmidt, dpa
, Montag, 18. Mai 2026
«Bangaranga»! Nach dem ESC ist vor dem ESC: Nach Wien 2026 könnte es Sofia 2027 heißen. Was wir jetzt schon wissen (und auch nicht wissen) zum nächsten Song Contest.
Nach dem ersten ESC-Sieg Bulgariens und wieder mal einer schlechten Platzierung für Deutschland bei dem großen Musik-Event stellen sich einige Fragen zum Song Contest im kommenden Jahr, dem dann 71. ESC. Was man dazu jetzt schon wissen sollte oder sagen kann.
Wie reagiert Bulgarien auf seinen überraschenden Sieg?
Für das kleine südosteuropäische Land ist es der erste ESC-Sieg überhaupt. Erst seit rund 20 Jahren nimmt Bulgarien überhaupt teil. Häufig qualifizierte es sich nicht für das Finale. 2023 bis 2025 pausierte das zuletzt mit zahlreichen Neuwahlen beschäftigte Land - aus finanziellen Gründen.
Dara sei mit ihrem ESC-Gewinnersong «Bangaranga» ein Beispiel dafür, dass Bulgarien siegen könne, schrieb der bulgarische Regierungschef Rumen Radew auf Facebook. «Bulgarien erwartet Europa und die Welt bei der Eurovision 2027!» Dara selbst sagte Berichten bulgarischer Medien zufolge: «Im kommenden Jahr kommt der ESC nach Sofia, und wir müssen uns vorbereiten.»
Der Eurovision Song Contest 2027 könnte in der Arena 8888 (benannt nach einer Gaming-Plattform), der größten Halle der Balkanmetropole, ausgetragen werden. In der 2011 fertig gestellten Multifunktionshalle finden Sportturniere und Konzerte statt. Auch der in Deutschland wenig beachtete Junior-ESC ging hier schon mal über die Bühne, ebenso Konzerte von Lady Gaga, Jennifer Lopez, Eros Ramazzotti oder den Red Hot Chilli Peppers.
Die Arena liegt im Osten der Hauptstadt, auf dem Weg zum internationalen Flughafen, und fasst etwa 13.000 bis 15.000 Zuschauer. Sie ist damit vergleichbar mit der Wiener Stadthalle und ihren 16.000 Plätzen, die jedoch beim ESC so umgebaut worden war, dass rund 10.000 Menschen bei den Shows und Proben dabeisein konnten.
Wie ist die Stimmung gegenüber dem ESC in Bulgarien?
Der ESC spaltet die Gemüter in dem südöstlichen EU-Land, das seit 2026 Teil der Euro-Zone ist. Für die proeuropäisch gesinnten Fans in dem früheren Ostblock-Staat ist der ESC eine große, nicht nur musikalische Show. Sie sehen die Teilnahme daran als Zeichen dafür, dass Bulgarien klar zu Europa gehöre.
Das andere Lager in dem Balkanland sieht den ESC eher als eine kommerzielle, exzentrische Show, die LGBT-Kultur - sprich schwule, queere Inhalte - verbreite. Der ESC ist entsprechend als «politischer Contest» umstritten.