Sandra Maischberger nennt Dietmar Bartsch "Herr Ramelow"
"Also wollen Sie jetzt wieder zurück zu den Grünen, oder nicht?" hakt Maischberger nach. Palmers Antwort: "Was ich will, ist, dass wir wieder eine erfolgreiche ökologische Kraft in Deutschland haben. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten darf - jederzeit gerne, an mir soll das nicht liegen." Ich wolle erfolgreiche grüne Politik, das schließe ein, "dass man Leute nicht dauernd belehrt und moralisiert. Und wer sagt: Mit dem Programm bist Du uns willkommen - jederzeit."
"Auch als Minister im Kabinett?" fragt Maischberger. Palmer: "Ich will diese Frage einfach gar nicht beantworten."
Maischberger scheint über die Antwort etwas verwirrt und will Dietmar Bartsch die nächste Frage stellen, nennt ihn aber "Herr Ramelow". Gelächter bei den Interviewpartnern, das Publikum klatscht. "Das ist keine Beleidigung, das ist sehr gut", lacht Bartsch, als sich Maischberger bei ihm entschuldigt.
Bartsch kann sich gut vorstellen, dass Palmer über seine Abgeordnetentätigkeit schon eine Entscheidung getroffen hat. "Ich kann ihm nur raten, es nicht zu machen", sagt der Linken-Politiker. Unklar bleibt, ob er dabei an den Landtag oder eine erneute Mitgliedschaft Palmers bei den Grünen spricht.
Boris Palmer: "Mir brennt der Kittel"
Boris Palmer wünscht sich für die Zukunft die pragmatische Politik, für die Cem Özdemir bekannt ist. Auch im Bundesrat. Zum Beispiel beim Thema Migration: "Wenn du Auszubildende abschiebst, Einser-Schüler rausschmeißt, wenn du den Betrieben die Arbeitnehmer wegnimmst, ist das einfach Blödsinn. Die dürfen hierbleiben. Aber wenn einer meint, dass er hier nach zwei Jahren schon 50 Einträge im Strafregister haben kann, dann muss der halt gehen. Das ist doch ganz einfach."
Vor allem müsse nun die Bundesregierung endlich anpacken, fordert Palmer, der bei den letzten Bundestagswahlen für Friedrich Merz gestimmt hat. "Ich hatte gehofft, dass es jetzt endlich mal einen Reformdruck gibt, denn mir brennt der Kittel", begründet Palmer seine Entscheidung. "Aber es ist dann nichts passiert. 78 Prozent der Baden-Württemberger sagen, der hat viel versprochen, aber wenig gemacht. Es muss jetzt dieses Jahr laufen, Leute. Das geht so nicht weiter."
Würde Özdemir zum Ministerpräsidenten gewählt werden, dann würde er die Forderungen Baden-Württembergs in Berlin platzieren. "Wir müssen uns jetzt an einen Tisch setzen", fordert Palmer die Christdemokraten seines Bundeslandes auf. "Die können sich jetzt nicht in ihrer verständlichen Wut zurückziehen. Des geht net." Hintergrund sind Diskussionen innerhalb der CDU über die Frage, wer in Baden-Württemberg Ministerpräsident wird - und wie lange. Sollte in dem Bundesland 60 Tage nach der Wahl kein Ministerpräsident gewählt worden sein, müsste theoretisch erneut gewählt werden.
Bartsch hat da weniger Bedenken. Man werde die Wahlen in Rheinland-Pfalz abwarten, "aber dann gibt es mit Sicherheit grün-schwarz", prophezeit er. Und dann? Bartsch ist pessimistisch: "Ich glaube, es wird im Kern so weitergehen wie bisher, nur der Ministerpräsident hat jetzt einen anderen Namen."
Quelle: teleschau – der mediendienst