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WM-Held von 2006 kommen in ZDF-Doku die Tränen: "Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll"


Autor: Gianluca Reucher

, Mittwoch, 20. Mai 2026

In der ZDF-Doku "Mission Sommermärchen - Deutschlands Weg zur WM 2006" blicken zahlreiche damalige Nationalspieler auf die besondere WM 2006 im eigenen Land zurück. Einem kommen in Erinnerung an einen legendären Moment sogar die Tränen.


Als der zu dem Zeitpunkt ohnehin höchst umstrittene DFB-Trainer Jürgen Klinsmann den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2006 im eigenen Land bekannt gab, staunten Fans und Medien nicht schlecht. "Das eigene Fernsehteam des DFB wusste nicht, wer die Nummer 23 wird. Das war streng geheim", berichtet Sportjournalist Uli Köhler in der neuen ZDF-Doku "Mission Sommermärchen - Deutschlands Weg zur WM 2006". Und Moderatorin Ulrike von der Groeben erinnert sich: "Ich glaube, der war noch nicht mal im Panini-Album."

Die Rede ist von David Odonkor. Kein einziges Mal war der damalige Rechtsaußen von Borussia Dortmund zuvor bei der Nationalmannschaft dabei gewesen - doch Jürgen Klinsmann war von dem jungen Spieler überzeugt, vor allem wegen seiner Schnelligkeit. Dass seine Berücksichtigung die richtige Entscheidung war, daran zweifelt heute niemand mehr. Denn wer die WM 2006 auch nur ein bisschen verfolgt hatte, der dürfte sich noch immer an diese eine legendäre Torvorlage erinnern ...

Einst WM-Held, heute Dschungelcamp-Star: David Odonkor kommen in "Sommermärchen"-Doku die Tränen

Es läuft die letzte Minute der Nachspielzeit beim zweiten WM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen. Es steht 0:0. Dann wird der eingewechselte David Odonkor während des letzten Angriffs auf der rechten Außenbahn angespielt, bringt den Ball mit dem ersten Kontakt in die Mitte - und Oliver Neuville grätscht die perfekte Hereingabe zum Siegtreffer über die Linie.

David Odonkor steigen bei der Erinnerung in der ZDF-Doku die Tränen in die Augen. "Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll", sagt er: "Da kriegt man heute noch Gänsehaut, das ist wirklich einmalig gewesen." Laut dem damaligen Teamkollegen Tim Borowski sei dieses Tor samt Vorlage für den weiteren Verlauf des Turniers maßgeblich gewesen, "auch für die Euphorie im Land". Lukas Podolski meint: "Das hat uns damals so diesen Schub gegeben. Wir wussten, wir können alles packen."

Letztlich holte das DFB-Team nach der bitteren Halbfinal-Niederlage gegen Italien zwar "nur" den dritten Platz, doch die besondere Stimmung, die enorme Euphorie und auch der überraschende Erfolg machten die WM 2006 im eigenen Land zum "Sommermärchen" - und David Odonkor zu einem der großen Helden.

Inzwischen hat der heute 42-Jährige seine Fußballkarriere längst beendet, die auch aufgrund andauernder Verletzungsprobleme nach der WM 2006 nicht mehr viele positive Erlebnisse für ihn parat hatte. Stattdessen stieg er 2015 ins Reality-TV-Business ein und holte noch im selben Jahr den Sieg bei "Promi Big Brother". 2024 belegte er in der 17. Staffel des RTL-Dschungelcamps den neunten Platz.

Die komplette dreiteilige Doku "Mission Sommermärchen - Deutschlands Weg zur WM 2006" mit Stimmen von Jürgen Klinsmann, Jogi Löw sowie zahlreichen damaligen Nationalspielern und Journalisten ist am Samstag, 30. Mai, um 20.30 Uhr im ZDF und schon jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen.

Quelle: teleschau – der mediendienst