Wirtschafts-Talk bei Maischberger: "Wir hatten 20 goldene Jahre. Kommen die wieder? Nein."
Autor: Marko Schlichting
, Mittwoch, 18. März 2026
Sie sind Wirtschaftsexperten, Ex-VW-Chef Herbert Diess und der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen von der CDU. Und sie haben zwei Ideen, wie die deutsche Wirtschaft gerettet werden könnte. Am Dienstagabend sind sie zu Gast bei Sandra Maischberger in der ARD.
75 Prozent der Bundesbürger sind laut einer INSA-Umfrage unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. Hintergrund: Die immer noch schwächelnde Wirtschaft im Allgemeinen und die hohen Spritpreise im Besonderen. Claus Ruhe Madsen ist einer der bekanntesten Landeswirtschaftsminister in Deutschland.
Der schleswig-holsteinische CDU-Politiker hatte sich für den Bau einer Batteriefabrik nahe der Stadt Heide an der Westküste des Bundeslandes stark gemacht, die von dem schwedischen Unternehmen Northvolt gebaut werden sollte. Nach dessen Insolvenz hatte das amerikanische Unternehmen Lyten angekündigt, die Standorte von Northvolt zu übernehmen. In dieser Woche gab es erste Gespräche mit Kommunalvertretern, der Landesregierung in Kiel und Lyten-Chef Dan Cook. Lyten will die Fabrik bauen, die 2028 an den Start gehen soll. Allerdings sollen statt der ursprünglich geplanten 3.000 nur noch 1.000 neue Jobs entstehen.
Fix ist nix, klagt die Opposition, aber der Wille scheint da zu sein. Madsen ist froh und am Dienstagabend Gast bei Sandra Maischberger in der ARD. Wo er sich mit Ex-VW-Chef Herbert Diess darüber unterhalten soll, wie es wieder aufwärts geht in Deutschland.
Herbert Diess: "VW steht immer noch gut da"
"Wir müssen Entscheidungen treffen in einer Welt voller Wandel", sagt Madsen. Diess fügt hinzu, dass angesichts der steigenden Benzinpreise der Wandel hin zu Elektrofahrzeugen schneller kommen müsse. Und er fordert, über die Subventionen für Dieselkraftstoff nachzudenken, also sie zu senken oder ganz abzuschaffen. Dies würde jedoch ausschließlich die Land- und Forstwirtschaft betreffen. Steuersenkungen für günstigere Spritpreise lehnt er ab.
Das sieht Madsen etwas anders. Schleswig-Holstein zum Beispiel ist ein eher ländlich orientiertes Bundesland. "Viele Menschen müssen pendeln", sagt Madsen. "Sie sind auf das Auto angewiesen, und natürlich muss es dort auch Lösungen geben." Für den CDU-Wirtschaftsminister wäre das eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien.
Fakt ist: Die Autoindustrie in Deutschland hat Probleme. VW zum Beispiel. Das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. 50.000 Jobs sollen dort nun wegfallen. Aber: "VW steht immer noch gut da", erklärt Diess. "VW hat in Europa eine Marktpräsenz von über 30 Prozent Marktanteil. Das ist ein historisches Hoch. Die Produkte funktionieren gut." Doch es gebe ein Problem.
Claus Ruhe Madsen: "Wir lassen in Deutschland keine ordentlichen Investitionen zu"
Laut Diess gibt es in dem Unternehmen zu viele Arbeitsplätze. VW habe in den 1980er- und 1990er-Jahren viele Menschen eingestellt und musste dann gegensteuern, erklärt Diess. Die Autoindustrie habe sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert, vor allem durch die stärkere Nachfrage in China. "Das hat dazu geführt, dass die weltweite Industrie zugelegt hat. Wir hatten 20 goldene Jahre in der Autoindustrie. Kommen die wieder? Nein."