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"Wer wird Millionär?": Denkfehler bei Millionenfrage - Jauch greift ein


Autor: Michael Eichhammer

Köln, Mittwoch, 22. April 2026

Ein Überhangkandidat musste eine Woche lang auf die Eine-Million-Euro-Frage warten. Und dann verstand er diese falsch. Doch der "Wer wird Millionär?"-Moderator drückte ein Auge zu.
Obwohl Günther Jauch ihn vor einer falschen Interpretation der Frage rettete, gab der Kandidat auf - und freute sich über eine halbe Million Euro.


Tom Wollnik aus Berlin stand schon zu Beginn seines Comebacks bei "Wer wird Millionär?" vor einer besonderen Situation. Knapp drei Jahre hatte es gedauert, bis ein Kandidat wieder die Eine‑Million‑Euro‑Stufe der RTL‑Quizshow erreichte. Nun war es wieder so weit. Entsprechend groß war der Applaus, mit dem das Studiopublikum den Überhangkandidaten empfing.

Der 28‑Jährige wirkte dabei ruhig und konzentriert - auch wenn viel auf dem Spiel stand. In der Folge von Montag (20. April) ging es schließlich um die entscheidende Frage: Wird der Softwareentwickler der erste "Wer wird Millionär?"-Gewinner seit Jahren?

Anspannung vor der Millionenfrage: "Meine Risikotoleranz hat abgenommen"

Bevor es ernst wurde, zeigte ein Einspieler den Weg von Tom Wollnik bis zur höchsten Gewinnstufe. Im anschließenden Gespräch mit Moderator Günther Jauch sprach der Kandidat offen über seine Gefühlslage. Auf die Frage nach seinem Schlaf in der zurückliegenden Woche sagte er: "Die erste Nacht war noch schwierig, dann war alles gut. Ich habe mich auch gefreut auf die Sendung und die letzte Nacht war wieder Aufregung."

Zudem erklärte Wollnik, seine "Risikotoleranz habe stark abgenommen". Er wolle die Millionenfrage nur beantworten, wenn er sich "sehr sicher" sei. Diese Zurückhaltung sollte im weiteren Verlauf noch eine entscheidende Rolle spielen.

Günther Jauch erzählte, er werde häufig gefragt, ob sich Kandidaten in der Woche vor ihrem Auftritt intensiv vorbereiten würden. Davon rät er jedoch eher ab. Auch Wollnik verzichtet darauf, weil er sonst "nach der kleinsten Nadel im größten Heuhaufen" suchen würde.

Die Millionenfrage sorgt für Unsicherheit

Als schließlich die Millionenfrage eingeblendet wurde, wurde schnell klar, dass Wollnik keine eindeutige Antwort parat hatte. Inhaltlich ging es um Geld, allerdings nicht um große Summen. Gefragt war, von welcher Euromünze sich laut EZB Anfang 2026 die wenigsten Exemplare im Umlauf befanden. Zur Wahl standen 2 Euro, 50 Cent, 20 Cent oder 5 Cent.

Der Kandidat reagierte ehrlich und ohne Umschweife auf die Frage. "Ich weiß es nicht. Ich müsste raten - und das traue ich mich nicht", sagte Wollnik. Damit stand für ihn zunächst fest, dass er auf eine Antwort verzichten wolle. Günther Jauch gab jedoch nicht sofort auf und forderte ihn auf, seine Überlegungen zu erläutern.

"Es gibt wahrscheinlich von den kleinen und den großen viel, weil die häufig rausgegeben werden. Von den mittleren - vielleicht so 50 Cent - würde ich denken, dass es nicht so viele gibt", überlegte Tom Wollnik. Daher würde er - theoretisch - die 5-Cent-Münze wählen. Dieser Gedankengang führte ihn jedoch in eine falsche Richtung.

Denkfehler erkannt: Entscheidung gegen das Risiko

Jauch erkannte den Denkfehler des Kandidaten: "Aber wir suchen die, wo die wenigsten Exemplare ..." Wollnik begriff: "Vielen Dank." Jauch konnte es kaum fassen: "Toll, er hat die Frage falsch gelesen, super!" Wollnik sinnierte: "Das passiert nicht nur bei der 500-Euro-Frage anscheinend." Er würde nun 20 Cent denken, doch wollte er lieber passen.

Jauch versuchte dennoch, ihn zu einem Risiko zu bewegen. "Sie gehen nun mit läppischen 500.000 Euro nach Hause, die man jetzt in Sekunden verdoppeln könnte", sagte der Moderator. Wollnik blieb jedoch ruhig und standhaft. "Ich finde, 500.000 Euro ist ein sehr schöner Gewinn", antwortete er.

Damit fiel die Entscheidung endgültig gegen die Million. Wollnik verzichtete bewusst auf eine Antwort und sicherte sich den halben Millionenbetrag. Für ihn überwog das Gefühl der Zufriedenheit. Der Applaus im Studio unterstrich diese Entscheidung.

Richtig wäre 50 Cent gewesen - Freude überwiegt dennoch

Aus Neugier ließ Günther Jauch anschließend einen simulierten zweiten Publikumsjoker einspielen. Das Ergebnis wäre auch dann unbrauchbar gewesen, wenn Wollnik es real hätte nutzen dürfen: 20 Prozent waren für A, ebenso viele für B. C hielten 24 Prozent für wahrscheinlich, D bekam 36 Prozent der Stimmen.

Jauch erklärte die Auflösung ausführlich. Die 2‑Euro‑Münze gebe es rund acht Milliarden Mal, die 20‑Cent‑Münze etwa 14 Milliarden Mal. Die 5‑Cent‑Münze sei sogar mehr als 25 Milliarden Mal im Umlauf. Am seltensten sei mit knapp 7,5 Milliarden Exemplaren die 50‑Cent‑Münze.

Enttäuschung kam bei Tom Wollnik dennoch nicht auf. Die halbe Million Euro könne er gut gebrauchen, sagte er später. Unter anderem wolle er damit einen Kredit für eine neue Wohnung abbezahlen. Für ihn überwog klar das positive Gefühl.

Quelle: teleschau - der mediendienst