"Wenn ich mal nicht mehr bin ...": Letzter Wille führt zu "Bares für Rares"-Coup
Autor: Michael Eichhammer
, Dienstag, 21. April 2026
Guidos Vater wünschte sich, dass sein Sohn nach seinem Tod ein Objekt zu "Bares für Rares" bringen sollte. Das berührte den Moderator und die Expertin. Im Händlerraum wurde ein überraschend hoher Preis bezahlt.
"Oh, das ist aber schön, Heide!", lobte Horst Lichter. Heide Rezepa-Zabel kündigte theatralisch an: "Jetzt kommt der Überraschungseffekt, der große Moment!" Das glänzende Objekt, das am Dienstag bei "Bares für Rares" auf ihrem Tresen gelandet war, konnte nämlich geöffnet werden ...
Drei Seiten klappten auf und offenbarten goldene "Flügel". Der ZDF-Moderator fantasierte: "Wenn es gefüllt wäre, würde es wunderbar duften!" Er schwärmte: "Das ist die Tischkultur, die in England Stil und Klasse hat." Er fand das Objekt "wunderbar". Die Expertin auch.
"Ihr habt was Schönes mitgebracht, das zeugt von Stil und Eleganz", begrüßte Lichter danach das Ehepaar Guido und Brigitte. "Ihr achtet aber auf die Figur, deswegen kommt nichts mehr rein", mutmaßte der Moderator. Guido erklärte, es handle sich um ein Erbstück seines Vaters. Sein Papa war großer Fan der Sendung, so Guido. "Er hat immer gesagt: 'Wenn ich mal nicht mehr bin, dann geht ihr damit zu Bares für Rares.'" Rezepa-Zabel kommentierte: "Ach wie schön!" Lichter meinte rührselig: "Das ist aber toll! Dann sieht er uns ja jetzt zu."
Horst Lichter: "Bei mir hat auch schon die eine oder andere Feder nachgegeben"
Guidos Eltern kauften den prunkvollen Gebäckwärmer bei einem Antiquitätenhändler im Urlaub. "Die viktorianische Tischkultur war sehr ausgeklügelt und man hatte wunderschöne Schauobjekte", dozierte Heide Rezepa-Zabel. Es sei außerdem "ein Statussymbol". "Glanzvoll steht es in der Mitte der Tafel und bietet duftendes, lockeres Gebäck", erklärte Heide Rezepa-Zabel vollmundig. Das Gebäck kommt in den Kammern, "dann wird das geschlossen und vor eine heiße Feuerstelle gestellt um es aufzuwärmen".
Die Wärme zieht durch und es duftet", erkärt die Expertin. Rezepa-Zabel nennt das Verkaufsobjekt "einen Vorläufer der Toaster". Nicht nur im viktorianischen England schätzte man derlei funktionale Tisch-Deko, "sondern auch im wilhelminischen Kaiserreich in Deutschland".
Die Manufaktur Schleissner und Söhne aus Hanau gab es schon seit dem 17. Jahrhundert, wusste Heide Rezepa-Zabel. Die Verzierung mit Muscheloptik und Putten machten den Gebäck-Wärmer zu etwas ganz Besonderem. Rezepa-Zabel datierte stilistisch auf zwischen 1880 und 1900.
Die eine oder andere Feder habe nachgegeben, aber das könne man vernachlässigen, resümierte die Expertin. Lichter stimmte zu: "Bei mir hat auch schon die eine oder andere Feder nachgegeben." Wunschpreis: 1.000 Euro. Schätzpreis: 1.400! Das Paar staunte hocherfreut. Dann ging es weiter in den Händlerraum.