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Wenn Frauen fluchen, was das Zeug hält


Autor: Teleschau  

, Freitag, 17. Juli 2026

Die Oscarpreisträgerinnen Olivia Colman und Jessie Buckley stehen sich in "Kleine schmutzige Briefe" als (heimlich) fluchende Frauen gegenüber. Die ARD zeigt die kurzweilige und subversive Komödie im SommerKino 2026 erstmals im deutschen Free-TV.


"Verehrte Edith, du fuchsteufelsgeile Hure ...": Wenn eine Edith heute einen Brief bekäme, der so beginnt (und dann auch genau so weitergeht), es müsste ihr unweigerlich die Schamröte ins Gesicht treiben. Wie muss das erst im ländlichen England um 1920 gewesen sein? Kaum auszumalen! Und doch: Ein echter Skandal diente als Vorlage für die Komödie "Kleine schmutzige Briefe", die die ARD im Rahmen des SommerKinos 2026 erstmals im deutschen Fernsehen zeigt. Ein versautes, obszönes (Anti-)Sittenbild, lustvoll und kurzweilig inszeniert von Regisseurin Thea Shamrock ("Ein ganzes halbes Jahr"). Das Drehbuch schrieb der britische Comedian Jonny Sweet.

Handlungsort ist das Küstenstädtchen Littlehampton. Man trägt die Röcke dort lang, die Blusen und Hemden bis ganz nach oben zugeknöpft. Die Menschen in Littlehampton sind konservative, anständige Leute. Aber irgendwo unter ihnen verbirgt sich ein schwarzes Schaf, das vor Kurzem damit begonnen hat, "kleine schmutzige Briefe" zu verschicken, in denen sich eine gotteslästerliche Unflätigkeit an die nächste reiht.

Zwei Oscarpreisträgerinnen stehen sich gegenüber

Die Bürger der Stadt, allen voran Edith Swan (Olivia Colman), sind schockiert, aufgebracht, vollkommen außer sich. Aber woher stammen denn nun diese anonym verschickten Briefe? Edith hat sofort einen Verdacht: Rose Gooding (Jessie Buckley), die war's bestimmt! Sie ist irische Immigrantin und alleinerziehende Mutter der jungen Nancy (Alisha Weir) - höchst verdächtig also, finden die Leute in Littlehampton.

Edith und Rose können sich nicht leiden, und mit der Moral hat die wilde Rose es auch nicht so - fluchen kann sie besser als die meisten Seemänner. Aber Rose sagt, sie war's nicht. So begibt sich eine Gruppe besorgter Frauen gemeinsam mit der Polizei auf eine groß angelegte Suche nach der Täterin oder dem Täter, während immer neue Ferkeleien in der Post landen. Besonders Ediths Vater, der tyrannische und widerliche Patriarch Edward (Timothy Spall), drängt die Polizisten, dem unbekannten Schreiberling - auch seiner Meinung nach muss es diese Rose sein - das Handwerk zu legen. Gemeinsam bringen Edith, die doch eigentlich selbst unter ihrem Vater leidet, und Edward Rose schließlich sogar vor Gericht. Beweise haben die beiden zwar nicht wirklich, aber dafür umso mehr Vorurteile.

So wirkt der Film, auch wenn er in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg spielt, durchaus aktuell. Kritikerinnen und Kritiker lobten indes vor allem die Performance der beiden Oscargewinnerinnen Olivia Colman und Jessie Buckley. In Deutschland zog die subversive Komödie damit etwas mehr als 90.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Kino.

Kleine schmutzige Briefe - Fr. 24.07. - ARD: 22.20 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst